Lastdauerlinie
Ein Zeitdiagramm zeigt, wann eine Leistung aufgetreten ist. Die Lastdauerlinie zeigt, wie lange eine bestimmte Leistung benötigt wurde. Genau das entscheidet über Netzanschluss, Leistungspreis, Speichergröße und Spitzenlastmanagement.
- Ein Klick: vom Zeitdiagramm zur Lastdauerkennlinie
- Spitzenlast, mittlere Last und Grundlast als Kennwerte
- Zeitraum frei wählbar — Monat, Quartal, Heizperiode
Die Lastdauerlinie ordnet alle Leistungswerte eines Zeitraums nach Größe: links die höchste Leistung, rechts die niedrigste. Die waagerechte Achse zeigt dabei die Anzahl der Stunden. So lesen Sie ab, wie viele Stunden im Jahr eine bestimmte Leistung mindestens benötigt wurde — und wie klein der Anteil der Spitzen tatsächlich ist.
Lastdauerlinie in einem Bild
So sieht die Lastdauerkennlinie in eco2lot aus
Derselbe Datensatz, drei Blicke: die ganze Kurve mit Kennwerten, der steile Anfang mit den Spitzen und das flache Ende mit der Grundlast. In eco2lot heißt das Werkzeug „Lastdauerkennlinie“.
Waagerecht die Dauer in Prozent des Zeitraums, senkrecht die Leistung. Rechts unten die Kennwerte: Spitzenlast 341 kW, mittlere Last 123 kW — die Spitze liegt fast dreimal über dem Mittel.
Von 340 kW fällt die Kurve innerhalb des ersten Prozents auf rund 200 kW. Diese Spitzen bestimmen den Leistungspreis — und sind der erste Hebel.
Über weite Teile liegt die Leistung um 100 kW — auch nachts und am Wochenende. Wer hier 10 kW spart, spart sie rund um die Uhr.
Das steckt in Lastdauerlinie
Was ist eine Lastdauerlinie?
Nehmen Sie alle Viertelstundenwerte der elektrischen Leistung eines Jahres — 35.040 Werte. Sortieren Sie sie von groß nach klein. Die entstehende Kurve ist die Lastdauerlinie.
- Links: die höchste Leistung des Jahres — die Lastspitze
- Rechts: die Leistung, die immer anliegt — die Grundlast
- Dazwischen: wie viele Stunden welche Leistung benötigt wurde
Ihr VorteilEine Kurve beantwortet die Frage, die ein Zeitdiagramm verschweigt: Wie oft passiert das eigentlich?
Was Sie daraus erkennen
- Lastspitzen: Wie hoch sind sie — und wie wenige Stunden treten sie auf?
- Grundlast: Welche Leistung läuft rund um die Uhr — auch nachts und am Wochenende?
- Leistungsbedarf: Welche Leistung deckt 95 Prozent aller Stunden ab?
- Netzanschluss: Ist die bestellte Anschlussleistung passend, zu groß oder zu knapp?
Ihr VorteilAus dem Bauchgefühl „wir haben Spitzen" wird eine belastbare Zahl.
Wofür Sie sie nutzen
- Spitzenlastmanagement planen: Welche Leistung lohnt sich zu kappen?
- Batteriespeicher dimensionieren: Wie viel Energie steckt in den Spitzenstunden?
- Eigenerzeugung bewerten: Welche Leistung könnte PV oder BHKW dauerhaft decken?
- Leistungspreis senken: Der Netzbetreiber rechnet die höchste Viertelstunde ab
Ihr VorteilInvestitionen in Speicher, Erzeugung und Regelung werden mit echten Stunden statt mit Annahmen gerechnet.
Lastdauerlinie in eco2lot
- Für jeden Zähler, jede Anlage, jeden Standort — oder das Gesamtwerk
- Zeitraum frei wählbar: Monat, Quartal, Jahr, Heizperiode
- Mehrere Jahre oder Standorte übereinander legen
- Direkt neben Live-Chart und Heatmap im Dashboard
Ihr VorteilDie Kurve steht live im Dashboard — ohne Excel-Export und Sortieren von Hand.
Schritt für Schritt: So entsteht die Kurve
Vier Schritte vom Zeitverlauf zur Lastdauerlinie — eco2lot erledigt sie automatisch.
1 · Messen
Der Zähler liefert alle 15 Minuten die mittlere Leistung in Kilowatt — genau wie beim Netzbetreiber.
2 · Sortieren
Alle Werte des Zeitraums werden von der höchsten zur niedrigsten Leistung geordnet. Der Zeitbezug spielt dabei keine Rolle mehr.
3 · Auftragen
Waagerecht die Anzahl der Stunden, senkrecht die Leistung. Jeder Punkt sagt: Diese Leistung wurde mindestens so viele Stunden benötigt.
4 · Ablesen
Ein steiler Anfang bedeutet kurze, hohe Spitzen. Ein langes flaches Ende bedeutet hohe Grundlast. Beides sind konkrete Hebel.
Die Lastdauerlinie zeigt, wie lange eine Leistung benötigt wurde — nicht wann
Das Zeitdiagramm beantwortet „Wann war die Spitze?“. Die Lastdauerlinie beantwortet „Wie viele Stunden im Jahr brauche ich diese Leistung wirklich?“. Für Netzanschluss, Speicher und Spitzenlastmanagement ist die zweite Frage die entscheidende.
- Messwerte
- Sortieren
- Stunden ablesen
- Spitze bewerten
- Maßnahme
Danach können Sie …
-
Lastspitzen mit Stunden im Jahr beziffern und priorisieren.
-
Speicher, PV oder BHKW mit echten Lastdaten dimensionieren.
-
Die bestellte Anschlussleistung faktenbasiert mit dem Netzbetreiber verhandeln.
Was Sie zu Lastdauerlinie wissen sollten
Was ist der Unterschied zwischen Lastdauerlinie und Lastgang?
Der Lastgang ist der Zeitverlauf der Leistung — Viertelstunde für Viertelstunde in chronologischer Reihenfolge. Die Lastdauerlinie ist derselbe Datensatz, nach Größe sortiert. Der Lastgang zeigt wann, die Lastdauerlinie wie lange.
Wie lese ich ab, ob sich ein Batteriespeicher lohnt?
Sehen Sie sich den steilen Anfang der Kurve an. Die Fläche zwischen der gewünschten Spitze und der Kurve entspricht der Energie, die der Speicher liefern muss. Ist dieser Bereich schmal und hoch, reicht ein kleiner Speicher für eine große Wirkung.
Welche Daten braucht eco2lot dafür?
Leistungswerte in regelmäßigen Abständen — typischerweise 15-Minuten-Werte des Hauptzählers oder Sekunden- bis Minutenwerte aus eigenen Messstellen. Beides liest eco2lot direkt ein.
Gibt es die Lastdauerlinie auch für Wärme oder Gas?
Ja. Das Prinzip funktioniert für jede Leistung: elektrisch, thermisch, Gas oder Druckluft. Für die Heizperiode zeigt sie, wie viele Stunden die volle Kesselleistung wirklich gebraucht wird.
Das passt dazu
Passt Lastdauerlinie zu Ihrer Aufgabe?
Beschreiben Sie Ausgangslage und Ziel — wir melden uns mit einer konkreten Empfehlung, welche Funktionen und Lösungen dazu passen, und einem Richtpreis.
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