Definition

Prozessdatenerfassung (PDE) in der Lebensmittelindustrie bezeichnet die kontinuierliche, automatische Aufzeichnung physikalischer und chemischer Messgrößen — von Pasteurisierungstemperaturen über pH-Werte bis zu CIP-Reinigungszyklen (Cleaning-in-Place). HACCP, IFS Food und ISO 22000 fordern die lückenlose Dokumentation aller kritischen Kontrollpunkte. Mehr erfahren ↓

Praxisbeispiel
Lebensmittelindustrie · Milch- und Käseverarbeitung · Bayern

Papierschreiber digital abgelöst —
redundant, auditfähig, in Echtzeit

Eine bayerische Privatkäserei ersetzt kritische Papierdokumentation durch ein hochverfügbares digitales Datenlogger-System auf Basis der eco2lot-Plattform.

Branche Milch- und Käseverarbeitung
Region Bayern, Deutschland
Plattform eco2lot
SENSOREN SPS HISTORIAN NUTZER T1 T2 Prozess-Sensoren SPS / STEUERUNG Edge-Puffer lokal gesichert ✓ Auto-Sync eco2lot Industrie-Historian Live ✓ Echtzeit-Analyse ✓ Alarmmanagement ✓ HACCP-Dokumentation ✓ Langzeitarchivierung ✓ Revisionssicher ✓ Audit-Export DASHBOARD Produktion · QS · Energie Alarmierung
100% Papierschreiber abgelöst
24/7 Redundante Datenerfassung
Schnellere Audits (IFS, HACCP)
0 min Datenverlust — auch bei Netzwerkausfall

Was ist Prozessdatenerfassung (PDE) in der Lebensmittelindustrie?

Prozessdatenerfassung (PDE) in der Lebensmittelindustrie bezeichnet die kontinuierliche, automatische Aufzeichnung physikalischer und chemischer Messgrößen während der Produktion. Im Unterschied zur Betriebsdatenerfassung (BDE) — die festhält, wer was in welcher Menge produziert — erfasst die PDE, wie ein Produkt gefertigt wird: Temperaturen, Drücke, Durchflüsse, pH-Werte, Leitfähigkeiten und weitere Parameter direkt an Maschine oder Anlage.

In der Milch- und Käseverarbeitung ist Prozessdatenerfassung keine freiwillige Option, sondern gesetzliche und normative Pflicht. HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points), IFS Food (International Featured Standards) und ISO 22000 fordern die lückenlose Dokumentation aller kritischen Kontrollpunkte (CCPs) mit definierten Grenzwerten, Überwachungsverfahren und Nachweis der Korrekturmaßnahmen — revisionsicher, manipulationsgeschützt und dauerhaft archiviert.

Traditionell wurden diese Anforderungen durch analoge Papierschreiber (Kreisschreiber, Streifenschreiber) erfüllt. Moderne digitale Historian-Systeme ersetzen diese vollständig: Sie erfassen alle Werte automatisch, speichern redundant auf mehreren Ebenen, alarmieren bei Grenzwertverletzungen in Echtzeit und stellen Audit-Nachweise auf Knopfdruck bereit.

Papierschreiber in der Lebensmittelproduktion: zuverlässig — aber nicht mehr ausreichend

Die bayerische Privatkäserei dokumentierte kritische Prozesswerte jahrelang über klassische Papierschreiber. Das System funktionierte — doch wuchsen mit den Anforderungen an Qualität, Rückverfolgbarkeit und Auditgeschwindigkeit die Grenzen des Papierverfahrens sichtbar.

Die eigentliche Herausforderung lag in der Ausfallsicherheit: Kritische Hygiene- und Produktionsdaten mussten auch bei Netzwerkproblemen, Serverausfällen oder SPS-Störungen (Speicherprogrammierbare Steuerung) jederzeit vollständig und nachweisbar verfügbar bleiben. In industriellen Umgebungen ist ein temporärer Netzwerkausfall keine Ausnahme — klassische Systeme, die erst beim Historian speichern, haben in dieser Zeit eine Datenlücke. Eine einzige Lücke kann den Nachweis der HACCP-Konformität für einen gesamten Produktionszeitraum gefährden. Im schlimmsten Fall bedeutet das: Die betroffene Produktionscharge muss gesperrt oder vollständig vernichtet werden — mit direkten wirtschaftlichen Schäden und dem Risiko, den Zertifizierungsstatus zu verlieren.

Hinzu kam der steigende Aufwand für IFS-Audits: Auditoren erwarteten lückenlose Nachweise für Monate und Jahre zurück — manuell aus Papierordnern zusammengestellt, fehleranfällig, zeitintensiv.

HACCP IFS Food ISO 22000 Revisionssicherheit Langzeitarchivierung
  • Hoher Wartungsaufwand — regelmäßiger manueller Papierwechsel
  • Fehleranfällig bei Übertragung und Archivierung
  • Keine zentrale Verfügbarkeit — Daten nur lokal am Gerät
  • Schwer auswertbar — manuelle Analyse zeitintensiv
  • Eingeschränkte Revisionssicherheit für Audits
  • Keine Redundanz — jeder Netzwerk- oder Geräteausfall erzeugt sofort eine Datenlücke
  • Keine automatische Alarmierung bei Grenzwertverletzungen
  • Langzeitarchivierung aufwändig und platzintensiv
⚠️

Kritische Konsequenz bei Datenverlust

Fehlen HACCP-Aufzeichnungen für einen Produktionszeitraum, kann die gesamte betroffene Charge nicht freigegeben werden. Im schlimmsten Fall muss sie vollständig verschrottet werden — mit direkten Materialverlusten, Produktionsausfall und dem Risiko, die Lebensmittelzertifizierung zu gefährden.

Redundantes Industrie-Datenlogger-System
auf Basis der eco2lot-Plattform

BS-Systeme entwickelte gemeinsam mit der Käserei ein maßgeschneidertes, hochverfügbares System zur kontinuierlichen digitalen Erfassung aller kritischen Produktions- und HACCP-Daten. Das Kernprinzip: Redundanz sitzt direkt hinter der SPS — lokal an der Messstelle, vor dem Netzwerk. Bestehende Anlagen wurden vollständig integriert, ohne Hardware-Austausch.

Zielsetzung

Sieben Anforderungen — eine integrierte Lösung

Papierschreiber vollständig ersetzen
Hochverfügbar und redundant arbeiten
Audit- und revisionssicher speichern
Bestehende SPS-Anlagen integrieren
Echtzeitüberwachung ermöglichen
Langfristige Historisierung gewährleisten
Alarme automatisch erfassen und eskalieren

Alle kritischen Messpunkte — lückenlos und automatisch

Das System zeichnet drei Datenkategorien auf, die für HACCP- und IFS-Audits entscheidend sind.

Milch- und Prozessdaten

  • Pasteurisierungstemperaturen
  • Haltezeiten und Druckverhältnisse
  • Durchflussmengen
  • Tank-, Kühl- und Reiferaumtemperaturen
  • Luftfeuchtigkeit und pH-Werte
  • Salzbadparameter

Hygiene- und CIP-Daten

  • Reinigungstemperaturen
  • Leitfähigkeit
  • Laugen- und Säurekonzentrationen
  • Spülzeiten und CIP-Zyklen
  • Alarmzustände bei Abweichungen

Energie- und Mediendaten

  • Dampf- und Stromverbrauch
  • Kälteanlagen-Monitoring
  • Druckluft und Wasserverbrauch
  • Energiekennzahlen

Redundante System-Architektur — Redundanz direkt an der Messstelle

FELD SPS PARALLELE PFADE HISTORISIERUNG NUTZER Prozess-Sensoren Temperatur · pH · Druck Hygiene / CIP Leitfähigkeit · Zyklen Energie / Medien Strom · Dampf · Wasser SPS / OPC UA Steuerung & Protokoll bestehende Anlagen integriert ① Primärpfad — direkt über Netzwerk ⚡ Netzwerk kann ausfallen ② Redundanzpfad — immer aktiv Lokaler Edge-Puffer direkt hinter der SPS ✓ lokal gepuffert · ✓ Auto-Sync eco2lot Industrie-Historian ✓ Zentrales Archiv ✓ Echtzeit-Analyse ✓ Alarmmanagement ✓ HACCP-Dokumentation 👤 Dashboard Produktion · QS · Energie Instandhaltung · Reporting Primärpfad (wenn Netzwerk verfügbar) Redundanzpfad (immer aktiv) Datenverlust = 0 — auch bei Netzwerkausfall, Serverausfall oder SPS-Wartung
📍
Redundanz direkt an der Messstelle
Der Datenpuffer sitzt direkt hinter der SPS — lokal, netzwerkunabhängig, sofort aktiv. Daten sind gesichert, bevor sie das erste Kabel verlassen.
Netzwerkausfall = kein Datenverlust
Fällt das Netzwerk aus, läuft der lokale Puffer weiter. Sobald die Verbindung steht, synchronisiert das System automatisch — lückenlos.
🔒
Manipulationssichere Speicherung
Automatische Alarmprotokollierung und revisionssichere Langzeitarchivierung — auf Edge und Historian gleichzeitig.

Papierschreiber vs. digitale eco2lot-Lösung

Ein direkter Vergleich zeigt, wo die neue Lösung klare Vorteile für Produktion, Qualitätssicherung und Auditabteilung schafft.

Kriterium ❌ Klassischer Papierschreiber ✅ Digitale eco2lot-Lösung
ArchivierungPapierarchive, physischer PlatzbedarfDigitale Langzeitarchivierung, unbegrenzt skalierbar
BetriebManueller Papierwechsel notwendigVollautomatisch, wartungsarm
DatenhistorieBegrenzt durch Papiervorrat und ArchivkapazitätUnbegrenzte Historisierung aller Messpunkte
AuswertbarkeitManuelle Analyse, zeitintensivSofort analysierbar, gefiltert, exportierbar
VerfügbarkeitLokal am Gerät, keine FernabfrageZentral verfügbar für alle Abteilungen in Echtzeit
RedundanzKeine — Netzwerk- oder Geräteausfall = sofortige DatenlückeEdge-Puffer direkt hinter SPS — Daten lokal gesichert vor dem Netzwerk, automatische Synchronisierung
Konsequenz bei DatenverlustProduktionscharge nicht auditierbar → im schlimmsten Fall komplette Charge verschrottenKein Datenverlust möglich — lückenlose Nachweisführung jederzeit garantiert
WartungsaufwandHoch — regelmäßige manuelle EingriffeGering — automatisierter Betrieb
FernüberwachungNicht möglichEchtzeit-Monitoring und Alarmierung
Audit-EignungEingeschränkt, manueller Nachweis aufwändigRevisionssicher, lückenlos, sofort abrufbar
Grenzwert-AlarmierungKeine automatische ErkennungAutomatische Erkennung und Protokollierung

Was sich für die Käserei konkret verbessert hat

Die neue Lösung wirkt auf vier Ebenen gleichzeitig — von der täglichen Produktion bis zum nächsten Audit.

Verbesserte Prozesssicherheit

Alle HACCP-relevanten Werte werden automatisch und lückenlos aufgezeichnet. Grenzwertverletzungen werden sofort erkannt und protokolliert — bevor Produkte die Anlage verlassen.

Vereinfachte IFS- und HACCP-Audits

Auditoren erhalten alle geforderten Nachweise auf Knopfdruck — digital, lückenlos, revisionssicher. Die Vorbereitungszeit für Audits hat sich erheblich reduziert.

Null Datenverlust — auch bei Netzwerkausfall

Der Datenpuffer direkt hinter der SPS sichert alle Werte lokal — unabhängig vom Netzwerk. Fällt die Verbindung zum zentralen Historian aus, läuft die Aufzeichnung weiter. Die Synchronisierung erfolgt automatisch sobald das Netzwerk wieder verfügbar ist.

Weniger manueller Aufwand

Kein Papierwechsel, keine manuelle Archivierung, keine händische Auswertung. Produktion, Qualitätssicherung, Energiemanagement und Instandhaltung greifen zentral auf dieselbe Datenbasis zu.

Was unter der Haube steckt

Die eco2lot-Plattform bringt alle Komponenten für industrielle Datenhaltung auf Lebensmittel-Niveau mit — ohne proprietäre Hardware-Bindung und mit voller Integration in bestehende SPS-Systeme (Speicherprogrammierbare Steuerung).

Die skalierbare Architektur wächst mit den Anforderungen: Weitere Messpunkte, neue Standorte oder zusätzliche Auswertungen lassen sich ohne System-Umbau ergänzen — relevant auch für CSRD-Berichtspflichten (Corporate Sustainability Reporting Directive) ab 2025/2026.

HACCP IFS Food ISO 22000 OPC UA CSRD-ready
Redundante Industrie-Datenlogger Echtzeit-Historian Langzeitarchivierung Alarmmanagement Automatische Grenzwertüberwachung Zentrale Visualisierung SPS-Integration (Bestandsanlagen) Skalierbare Architektur Sichere Benutzerverwaltung Revisionssichere Speicherung Remote Monitoring Energiedaten-Auswertung

„Besonders in regulierten Bereichen wie der Milch- und Käseverarbeitung bietet die digitale Historisierung entscheidende Vorteile — für HACCP, IFS Food, Rückverfolgbarkeit und Energieeffizienz gleichermaßen."

BS-Systeme — Projekterfahrung Lebensmittelindustrie

Prozessdatenerfassung in der Lebensmittelindustrie

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu PDE, HACCP-Dokumentation und digitalem Papierschreiber-Ersatz.

Prozessdatenerfassung (PDE) in der Lebensmittelindustrie bezeichnet die kontinuierliche, automatische Aufzeichnung physikalischer und chemischer Messgrößen während der Produktion — von Pasteurisierungstemperaturen und Haltezeiten über Salzbadparameter bis hin zu CIP-Reinigungszyklen (Cleaning-in-Place). Im Unterschied zur Betriebsdatenerfassung (BDE) erfasst die PDE nicht wer was produziert, sondern wie: physikalisch-technische Prozessparameter direkt an Maschine oder Anlage. Für Lebensmittelbetriebe ist PDE keine Kür, sondern Pflicht: HACCP, IFS Food und ISO 22000 fordern die lückenlose Dokumentation aller kritischen Kontrollpunkte (CCPs).
Klassische Papierschreiber sind wartungsintensiv, fehleranfällig und bieten keine Redundanz. Ein Geräteausfall oder Netzwerkproblem erzeugt sofort eine Datenlücke — bei HACCP-pflichtigen Prozessen eine existenzielle Gefahr: Fehlen die Aufzeichnungen für einen Produktionszeitraum, ist die betroffene Charge nicht auditierbar. Im schlimmsten Fall muss sie vollständig verschrottet werden — mit direkten Materialverlusten, Produktionsausfall und dem Risiko, den Zertifizierungsstatus nach IFS Food oder ISO 22000 zu verlieren. Digitale Systeme mit lokaler Edge-Redundanz schließen dieses Risiko vollständig aus: Daten werden bereits an der Messstelle gesichert, noch bevor sie das Netzwerk erreichen — Ausfälle hinterlassen keine Lücken.
In der Milch- und Käseverarbeitung sind HACCP-kritisch: Pasteurisierungstemperaturen und Haltezeiten, Kühl- und Reiferaumtemperaturen, pH-Werte, Salzbadparameter, Luftfeuchtigkeit, CIP-Reinigungstemperaturen, Leitfähigkeit sowie Laugen- und Säurekonzentrationen. Zusätzlich werden Energie- und Mediendaten wie Dampf-, Strom- und Wasserverbrauch erfasst, um Effizienz, Nachhaltigkeit und CSRD-Berichtspflichten zu belegen.
Redundante Prozessdatenerfassung bedeutet hier: Daten werden bereits lokal an der Messstelle gespeichert — direkt hinter der SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung), noch bevor sie über das Netzwerk übertragen werden. Damit ist auch ein vollständiger Netzwerkausfall kein Problem: Der lokale Edge-Puffer läuft weiter, und sobald die Verbindung zum zentralen eco2lot Historian wieder steht, werden die gepufferten Daten automatisch und lückenlos synchronisiert. Im Unterschied zu rein server-seitiger Redundanz deckt diese Architektur alle realen Ausfallszenarien ab: Netzwerkstörung, Serverausfall oder planmäßige Wartungsarbeiten. Für HACCP-Dokumentation ist das entscheidend — selbst eine kurze Netzwerkunterbrechung kann sonst die Auditfähigkeit eines Produktionszeitraums gefährden.
Der IFS Food Standard (International Featured Standards) fordert die lückenlose Dokumentation aller kritischen Kontrollpunkte mit Grenzwerten, Überwachungsverfahren und Korrekturmaßnahmen. Ein digitales System liefert alle Nachweise auf Knopfdruck: manipulationssicher gespeichert, vollständig historisiert, mit automatischer Alarmprotokollierung. Die Vorbereitungszeit für IFS-, HACCP- und ISO-22000-Audits reduziert sich erheblich — Auditoren erhalten direkt abrufbare Berichte statt manuell zusammengestellter Papierordner.
In der Produktionsinformatik unterscheidet man drei Kernbereiche: Prozessdatenerfassung (PDE) erfasst, wie ein Produkt gefertigt wird — physikalische und chemische Parameter direkt an Maschine oder Anlage. Maschinendatenerfassung (MDE) erfasst den Zustand der Maschine: läuft, steht, Störzeiten, OEE (Overall Equipment Effectiveness). Betriebsdatenerfassung (BDE) erfasst den organisatorischen Kontext: welcher Auftrag, welcher Mitarbeiter, Stückzahlen. In der Lebensmittelverarbeitung ist die PDE die Grundlage für HACCP-Compliance, während BDE und MDE die Produktionsplanung unterstützen.

Papier-Dokumentation war gestern.
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eco2lot — Prozessdaten
Prozessdatenerfassung, Historian, Alarmmanagement, KPI-Analysen, HACCP-Dokumentation
eco2lot — Energiemanagement
Aktives Energiemanagement, Lastoptimierung, KI-gestützte Regelung, CSRD-Reporting
eco2iot — Messtechnik
IIoT-Anbindung (Industrial Internet of Things) bestehender Anlagen, OPC UA, Modbus
Remote Services
Fernüberwachung, Predictive Maintenance, KI-Optimierung, Support ohne Vor-Ort-Einsatz