Mo, 28.09.2020 7 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 11: Zahlen, Daten und Fakten

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

In unserer Serie zur Energienorm 50001:2018 stellen wir die wichtigsten Inhalte für die anwendenden Unternehmen vor. In diesem Teil geht es dabei um die Zahlen, Daten und Fakten, die im Zuge des Energiemanagementsystems im Unternehmen anfallen. Dabei setzt die Norm das grundlegende Ziel, anhand von Kennzahlen den Energieverbrauch zu überwachen und Verbesserungen nachzuweisen.

Konkret geht es dabei um die sogenannte energiebezogene Leistung, die sich aus dem Energieeinsatz, dem Energieverbrauch und der Energieeffizienz zusammensetzt. Der Energieeinsatz beschreibt die Art der Anwendung von Energie, also beispielsweise Heizung, Kühlung, Produktion oder Beleuchtung. Der Energieverbrauch entspricht der Menge an eingesetzter Energie und die Energieeffizienz bildet sich aus dem Verhältnis zwischen der tatsächlichen Leistung und der dafür eingesetzten Energie. Um diese Werte treffsicher bestimmen zu können, werden geeignete Kennzahlen, sogenannte EnPIs (= energy performance indicators), benötigt. Anhand derer lassen sich die erzielten Verbesserungen feststellen, weshalb eine sorgfältige Dokumentation der Energieleistungskennzahlen nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig ist.

Tipp: Mit Eco²lot lassen sich nicht nur standardisierte EnPIs erfassen, sondern mit Hilfe des Rechners auch virtuelle Daten aus zwei oder mehr Datenpunkten erzeugen. Mit dem Ergebnis aus der Berechnung entsteht ein gleichwertiger neuer virtueller Datenpunkt.

Folgende Berechnungen sind u.a. möglich: Verbrauchsberechnung, Summenzähler, Energiekosten, Normalisieren, Betriebsstunden und Schaltzyklen.

Die Kennzahlen sollten für den jeweiligen Bereich festgelegt, beobachtet und mit der energetischen Ausgangsbasis verglichen werden. Anhand der Beobachtung kann dann festgestellt werden, ob sich ein Wert gut oder schlecht entwickelt. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Werte normalisiert werden. Das heißt, dass der absolute Verbrauch zu den wesentlichen Einflussgrößen, wie Fläche oder Volumen, ins Verhältnis gesetzt wird. Sind die Werte normalisiert, so lassen sich diese bereichs- und standortübergreifend vergleichen.

Die Einflussgrößen können außerdem noch in statische und in relevante Faktoren unterteilt werden. Die statischen Faktoren, wie Fläche, Anzahl der Fenster oder Art der Verarbeitung, sind eher unveränderlich, die relevanten im Gegensatz dazu ändern sich routinemäßig. Zu den veränderlichen Faktoren zählen beispielsweise die Wetterbedingungen, die Produktionsmenge oder auch die Arbeitsstunden.

Tipp: Sowohl statische als auch variable Faktoren lassen sich in Eco²lot einfach berücksichtigen.

Bei der praktischen Umsetzung bietet es sich an, dass die Energiekennzahlen an einer zentralen Stelle zusammenlaufen und erkannt wird, wenn ungeplante Abweichungen auftreten. Eine derartige Stelle könnte das Controlling oder aber auch der Energiemanager, das Energieteam oder die Prozessverantwortlichen sein.

Bei der Beobachtung der Zahlen sollte darauf geachtet werden, dass Trends frühzeitig erkannt werden. Dies ermöglicht im Zusammenhang mit Änderungen an den Betriebsabläufen Rückschlüsse auf bisher unbekannte Einflussfaktoren oder den Erfolg bzw. Misserfolg von eigesetzten Maßnahmen.

Besonders wichtig ist bei der statistischen oder grafischen Auswertung der Daten, dass diese in Beziehung zu einer anderen abhängigen Größe stehen. Ansonsten lassen sich die energetischen Leistungen in einem dynamischen Unternehmensumfeld nicht bewerten. Im Folgenden hierzu ein paar Beispiele: Bei der Heizung sollte der Verbrauch pro Raumvolumen betrachtet werden, bei Maschinen pro Zeit, Stück oder Rohstoff, bei der Kühlung im Verhältnis zur Umgebungstemperatur, bei der Beleuchtung pro Fläche und bei Kompressoren pro Zeit oder Verbrauch pro m3 Druckluft.

Je komplexer sich der Betrieb eines Unternehmens gestaltet, desto mehr Kennzahlen müssen zur energetischen Bewertung herangezogen werden. Eine Gliederung dieser Kennzahlen bietet sich daher stark an. Beispielsweise können die einzelnen Produktionshallen genauso separat betrachtet werden, wie die einzelnen Arbeitsschritte und Maschinen. Der Charakter der Kennzahlen kann dabei natürlich sehr unterschiedlich sein. Die oberste Führungsebene arbeitet eher mit Kennzahlen, mit denen sich die strategischen Prozesse und Ziele überwachen lassen. Die betrieblichen Kennzahlen sollten soweit heruntergebrochen werden wie möglich, um dem Einfluss- und Verantwortungsbereich der betroffenen Mitarbeiter zu entsprechen. Gelingt dies, können detaillierte Ziele für jeden Bereich und jeden einzelnen Prozess abgeleitet werden. Dadurch lassen sich nicht nur minimale Verbesserungen feststellen, sondern auch der Fortschritt des Unternehmens in Sachen Energieeffizient kann deutlich genauer ausgemacht werden.

Tipp: Die Energiemanagement Software Eco²lot lässt sich für jeden Nutzer individuell einstellen. Entsprechend lassen sich verschiedene Standorte des Betriebs separat betrachten, Zugriffe für jeden Standort und auch jede Anlage variabel konfigurieren sowie auch Berichte und Dashboards je nach Anwender verändern.

Je nach Größe des Unternehmens können dabei sehr sehr viele Daten anfallen, die entsprechend ausgewertet und aufbewahrt werden müssen. Genau aus diesem Grund widmet sich der nächste Artikel unserer Serie zur Energienorm mit der Fragestellung: Wohin mit all den Daten?