Mo, 13.04.2020 4 Minuten zu lesen

Wie wird eine Zertifizierung durchgeführt?

Bei einer Zertifizierung für eine Norm wird die Erfüllung der jeweiligen Anforderungen durch eine unabhängige Prüfstelle nachgewiesen.

Bei einer Zertifizierung für eine Norm, hier beispielsweise für die Energienorm DIN EN ISO 50001, muss die Erfüllung der jeweiligen Anforderungen durch eine unabhängige Prüfstelle nachgewiesen werden. Diese Prüfstelle wurde zuvor von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) zur Durchführung von Zertifizierungen nach der jeweils geltenden Norm akkredtitiert. Das dabei erhaltene Zertifikat kann als Nachweis des Energiemanagementsystems für die Beantragung diverser finanzieller Vergünstigungen eingesetzt werden. Weiterhin kann es bei der externen Kommunikation zu Marketingzwecken verwendet werden. 

Um bereits vorab eine Einschätzung über den Erfüllungsgrad der Anforderungen zu erhalten, kann ein Unternehmen ein Voraudit durchführen lassen. Dabei können vorhandene Schwachstellen aufgedeckt und entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden, um den Betrieb zur Zertifizierungsreife zu bringen. Dieses Voraudit ist nicht vorgeschrieben und daher lassen sich die dort erbrachten Leistungen auch nicht auf das eigentliche Zertifizierungsverfahren anrechnen. 

Abb. 1: Ablauf der Zertifizierung eines Energiemanagementsystems 

Ablauf der Zertifizierung eines Energiemanagementsystems - Eco2lot

Das reguläre Zertifizierungsaudit wird in zwei Stufen bzw. in zwei Audits unterteilt. Bei der ersten Stufe des Prozesses wird ermittelt, ob das Unternehmen bereit ist für das eigentliche Zertifizierungsaudit (Stufe-2-Audit). Ziele und Inhalte dieser Stufe sind beispielsweise bei der Energienorm ein Einführungsgespräch mit der Auditzielsetzung, des Auditablaufs und der Auditdokumentation, die Kenntnisnahme der Wertschöpfung, der Organisationsstruktur und der Prozessstruktur sowie rechtlicher und anderer Anforderungen, die Überprüfung der Auftragsdaten und der Managementdokumente sowie die Bewertung des Status der Umsetzung der Anforderungen aus der ISO 50001. 

Das Stufe-2-Audit führt eine Bewertung des eingeführten Energiemanagementsystems hinsichtlich seiner Wirksamkeit durch. Dabei werden auch Durchführungen beim Unternehmen vor Ort gemacht. Dabei sind die wichtigsten Ziele und Inhalte die Informationen und Belege der Normkonformität, die Leistungsüberwachung, -messung, -auswertung und -überprüfung bezüglich der Zielsetzungen, das Energiemanagementsystem selbst sowie die Verantwortung des Energiemanagers und des Topmanagements. 

Nachdem das Audits vor Ort abgeschlossen ist und eine Überprüfung der Dokumentation des Verfahrens, sowie ggf. der Korrektur aller Abweichungen von der Norm durchgeführt wurde, wird das Zertifikat ausgestellt. Meist beträgt die Gültigkeit eines Zertifikats für ein Energiemanagementsystem drei Jahre. Dabei müssen allerdings in dem zertifizierten Unternehmen innerhalb bestimmter Zeiträume regelmäßige Überwachungsaudits durchgeführt und positiv abgeschlossen werden. Dabei werden auch die Wirksamkeit der Korrekturmaßnahmen von vorherigen Audits überprüft. Vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des Zertifikats ist eine Rezertifizierung durch ein Wiederholungsaudit durchzuführen. Dies entspricht in etwa dem Erstaudit in Stufe 2.