Sa, 2.05.2020 5 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 2: Wie ist die ISO 50001:2018 aufgebaut?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

Die grundlegende Funktion der DIN EN ISO 50001 ist die Schaffung eines einheitlichen Standards, um Energieeinsparung allgemein messbar und vergleichbar zu machen sowie Klimaschutzmaßnahmen weiter voranzutreiben. Die Herausforderung für die Norm ist es, dabei einen Standard zu schaffen, der einerseits sowohl von kleinen Handwerkerbetrieben, als auch von Konzerne und andererseits branchenübergreifend angewendet werden kann.  Die Norm löst dieses Problem durch eine eher allgemeinere Formulierung der Anforderungen. Dabei werden meist lediglich die Punkte genannt, die geregelt werde sollen, aber nicht, auf welche Art und Weise dies geschehen soll. Die Energienorm gibt also einen Rahmen mit Anforderungen als Ziel vor und überlässt es den Unternehmen mit welchen Werkzeugen und Methoden sie diesen Rahmen füllen. Folglich ist jedes Managementsystem ein Unikat!

Tipp: Genauso wie die ISO 50001 wurde auch Eco²lot branchenübergreifend gestaltet und bietet Ihnen eine Reihe an Werkzeugen bzw. EnergyApps, mit welchen Sie Ihr Energiemanagementsystem ausgestalten können.

Aber wie sollen die Energieeinsparungen im Unternehmen überhaupt erreicht werden? Die langfristige Zielvorstellung ist die Schaffung einer Kultur, bei welcher alle Mitarbeiter verantwortungsvoll mit der eingesetzten Energie und den verbrauchten Ressourcen umgehen. Umgesetzt wird dies beispielsweise durch die Dokumentation und Analyse der Energiedaten sowie ein ständiges Hinterfragen der eigenen energierelevanten Prozesse und Tätigkeiten. Relativ schnell kann dabei der Energieeinsatz und -verbrauch transparent gemacht sowie die Energieeffizienz gesteigert werden.

Ein Element, dass sich durch die gesamte Norm zieht, ist der PDCA-Zyklus. Anhand dessen werden jegliche geforderten Prozesse untergliedert. Genauer gesagt, stammt dieser Problemlösungsprozess aus dem Qualitätsmanagement und orientiert sich an den 4 namensgebenden Buchstaben. Im ersten Schritt „Plan“ werden die gewünschten Ziele und Prozesse definiert sowie die allgemeine Energiepolitik im Unternehmen festgelegt. Im nächsten Schritt „Do“ werden eben diese Prozesse eingeführt und im darauffolgenden „Check“ überwacht und gemessen. Im abschließenden „Act“-Schritt werden die abgeleiteten Optimierungsmaßnahmen umgesetzt und Verbesserung der bestehenden Maßnahmen eingeleitet.

Tipp: Da auch wir bei der BS-Systeme GmbH mit der PDCA-Methode arbeiten, haben wir diese direkt in Eco²lot integriert. Dadurch sparen Sie sich eine aufwendige Projektmanagement Software und haben alle Informationen immer zu Hand.

Die ersten drei Kapitel der Norm handeln eher von Allgemeinheiten und den formellen Inhalten. Daher werden im ersten Kapitel die allgemeinen Anwendungsbereiche und die jeweiligen Themen und Unternehmensbereiche definiert. Das zweite Kapitel erwähnt relevante andere Normen, die für das Verständnis der DIN 50001 hilfreich sein können. Um auch das Verständnis und die Auslegung der einzelnen Anforderungen und Begriffe möglichst einheitlich festzulegen, sind im dritten Kapitel die gängigsten Begriffe der Energienorm definiert. Dadurch wird gleichzeitig auch sichergestellt, dass Konflikte über die Auslegung der Begriffe vermieden werden.

Die Anforderungen an das entsprechende Unternehmen werden dann das erste Mal in Kapitel 4 erwähnt. Der Abschnitt 4.1. handelt von der „Organisation und dem Kontext“ und Kapitel 4.2 von den „Erfordernissen und Erwartungen der relevanten interessierten Parteien“. Die Erfordernisse können dabei den Kundenanforderungen gleichgesetzt werden. Die vier darauffolgenden Kapital handeln dann konkret von den Aufgaben der obersten Führungsebene, wozu nicht nur die Planung, sondern auch die Unterstützung des eigentlichen Betriebs zählt. Kapitel 5 definiert also unter dem Begriff „Führung“ die Aufgaben der Geschäftsleitung im Rahmen des Energiemanagementsystems. Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Planung, Kapitel 7 mit der Unterstützung und Kapitel 8 mit den betrieblichen Anforderungen der Energienorm. Das darauffolgende Kapitel 9 konzentriert sich dann eher auf die Bewertung der energetischen Leistung im Unternehmen anhand der gemessenen und analysierten Energieverbräuche. Das abschließende zehnte Kapitel widmet sich ganz dem Thema rund um Verbesserungen, greift damit die anderen Kapitel wieder auf und schließt den Kreislauf.

Nur weil die Norm derart gegliedert ist, heißt es nicht, dass die dazugehörige Dokumentation ebenfalls so gegliedert werden muss. Das Unternehmen sollte sich vielmehr auf das eigene Selbstverständnis konzentrieren und die zugehörigen Normabschnitte in der Dokumentation entsprechend vermerken. Mögliche Gliederungsschemata sind beispielsweise die Abteilungen, die Standorte, die Themen oder auch die Prozessabläufe.

Tipp: Ach ja, Ihre gesamte Dokumentation können Sie einfach in Eco²lot integrieren. Dazu gehört nicht nur das Notizen schreiben, sondern auch Betriebsunterbrechungen und unerwartete Probleme direkt in den jeweiligen Messergebnissen zu vermerken.

Nachdem nun der Aufbau der DIN EN ISO 50001 klar ist, widmet sich der nächste Artikel unserer Energiemanagement-Serie der Fragestellung, ob es der Ausarbeitung einer Strategie bedarf.