Mo, 14.09.2020 5 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 9: Was haben die Verantwortlichen im Energiemanagement alles zu erledigen?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

Der Normabschnitt 5 widmet sich ganz dem Thema der Führung. Dabei geht es nicht nur um die zu erledigenden und die zu delegierenden Aufgaben der obersten Führungsebene, sondern auch um die Art und Weise, wie das Energiemanagementsystem verantwortet und weiterentwickelt wird.

In der Norm DIN EN ISO 50001:2018 steht eindeutig drin, dass die oberste Führungsebene die Gesamtverantwortung für das Energiemanagement im Unternehmen trägt. Daher hat diese das Energiemanagementsystem sowie die Energieeffizienz auch aktiv zu fördern. Da ein Unternehmen von der Geschäftsführung geprägt, geführt und gesteuert wird, haben diese Personen auch eine gewisse Vorbildfunktion, welche sie durch die aktive Unterstützung der Energieeffizienzmaßnahmen auszudrücken haben. Gleichzeitig sollte das Energiemanagementsystem von den Verantwortlichen als Führungsinstrument für die energierelevanten Bereiche eingesetzt werden.

Tipp: Die Energiemanagement Software Eco²lot ist nicht nur für Energiemanager konzipiert, sondern für sämtliche Mitarbeiter im Unternehmen. Entsprechend haben auch Manager bzw. Führungskräfte die Möglichkeit, Ihr Dashboard individuell an Ihre Anforderungen anzupassen. So haben Ihre Mitarbeiter immer die für Sie relevanten Informationen und Kennzahlen im Blick.

Da dies in der Vergangenheit oftmals so nicht umgesetzt wurde, hat die DIN EN ISO 50001:2018 eine Vielzahl an Verpflichtungen der obersten Leitungsebene verfasst. Diese könne von den Verantwortlichen entweder selbst umgesetzt oder aber an Mitarbeiter delegiert werden.

  • Gewährleisten, dass der Anwendungsbereich und dessen Grenzen adäquat zu den Unternehmenszielen festgelegt werden.
  • Rechenschaft für den Erfolg des Energiemanagementsystems ablegen (nicht delegierbar)
  • Gewährleisten, dass die energierelevante Politik und Ziele festgelegt werden und auch in der allgemeinen Ausrichtung des Unternehmens Bedeutung finden.
  • Das Energiemanagementsystem soll zum Führen des Unternehmens genutzt werden und nicht während der Audits bloß in der Schublade liegen.
  • Gewährleisten, dass Investition und Maßnahmen genehmigt werden.
  • Genügend Ressourcen zur Verfügung stellen: Mitarbeiter, Zeitkontingent, finanzielle Mittel für externe Leistungen, Infrastruktur.
  • Die Wichtigkeit des Erfolges und des Umsetzens des Energiemanagementsystems vertreten.
  • Gewährleisten, dass das Energiemanagementsystem seine Zielesetzung erfüllt.
  • Mitarbeiter anleiten und unterstützen: dies ist nicht nur Aufgabe eines Energie- managementbeauftragten oder des Energieteams, sondern jedes Mitarbeiters. 

  • Verbesserung fördern: auch dies ist nicht Aufgabe eines Energiemanagementbeauftragten oder des Energieteams, sondern jeder Führungskraft.
  • Andere Führungskräfte bei Energiemanagement-Aufgaben unterstützen.
  • Gewährleisten, dass sich ein geeignetes Energieteam bildet.
  • Gewährleisten, dass die Kennzahlen geeignet sind: nur wenn die Führung die richtigen Zahlen hat, kann damit Verbesserung nachgewiesen werden. 

  • Gewährleisten, dass Prozesse festgelegt sowie umgesetzt werden und dass Veränderungen erkannt werden, die Einfluss auf das Energiemanagementsystem haben.

Welche Aspekte muss die Geschäftsführung außerdem beachten?

Das wichtigste Element bei einem funktionierenden Energiemanagementsystem ist die Unterstützung der obersten Führungsebene. Hat diese ihre Unterstützung nicht klar ausgesprochen, so färbt dies auf jeden einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen ab. Andersherum sind die Erfolgschancen deutlich größer, wenn sich die Geschäftsführung entsprechend engagiert und an den energierelevanten Themen Interesse zeigt. Die Norm spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Kulturwandel und gibt ein paar Tipps, wie dieser gelingen kann:

  • Beteiligung der Beschäftigten an Projekten
  • Schaffung von direkten und indirekten Anreizen für energieeffizientes Handeln
  • Rückkopplungssysteme in Form von Informationen über den Erfolg von Maßnahmen und Verhaltensänderungen
  • Schulungen und Informationen

Die Verantwortlichen haben mitunter dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und begegnet wird. Aber welche Risiken gibt es beim Energiemanagement? Diesem Thema widmet sich der nächste Artikel in unserer Serie zur Energienorm DIN EN ISO 50001.