Mo, 15.06.2020 5 Minuten zu lesen

Wozu dient ein Umweltmanagementsystem?

Im Rahmen des Umweltmanagementsystems (UMS) wird die betriebliche Umweltpolitik eines Unternehmens oder einer Organisation definiert und umgesetzt. Die Funktionen umfassen alles vom Einkauf bis zur Entsorgung, die Organisationsstrukturen, Verhaltensweisen, Verantwortlichkeiten, Prozesse und auch die Umweltpolitik.

Interne Gründe zur Umsetzung eines Umweltmanagementsystems sind folgende: 

  • Betrieblicher Umweltschutz 
  • Verbesserung der betrieblichen Abläufe 
  • Nachweis über die Einhaltung der innerbetrieblichen Vorgaben 
  • Kosteneinsparung durch frühzeitiges Erkennen und Minimieren von Umweltgefahrenpotenziale 
  • Vermeidung von Prämien im Bereich der Umwelthaftung 
  • Vorteile bei Finanzdienstleistern durch geringere Haftungs- und Kreditrisiken 
  • Schwachstellen und Einsparpotenziale aufzeigen 
  • Schaffung innerbetrieblicher Transparenz im Umweltbereich 
  • Sensibilisierung und Motivationssteigerung der Mitarbeiter 
  • Förderung einer offenen Kommunikation im Betrieb 

Externe Gründe zur Umsetzung eines Umweltmanagementsystems sind außerdem: 

  • Nachweis über die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen 
  • Umsetzung und Prüfung der gesetzlichen Auflagen zum Umweltschutz 
  • Umweltschutz als Wettbewerbsvorteil und Kaufargument für die eigenen Produkte 
  • Reduzierung des Haftungsrisikos 
  • Höhere Glaubwürdigkeit auf der Grundlage eines leistungsfähigen Umweltmanagements 
  • Imageverbesserung durch höheres Vertrauen vonseiten der Kunden, der Öffentlichkeit und Behörden 
  • Umfangreiche Kenntnis über die Umweltauswirkungen von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen 

Im europäischen Raum hat sich seit 1990 die EMAS-Verordnung als Vorgabe zum Thema Umweltmanagement durchgesetzt. Seit Anfang 2010 gilt die EMAS-III-Verordnung. Durch die EMAS-Verordnung können Unternehmen auf freiwilliger Basis eine kontrollierte Selbstüberprüfung durchführen. Dabei werden gleichzeitig marktwirtschaftliche Elemente in das Umweltrecht mit einbezogen.

Die EMAS hat den Rechtsstatus einer gesetzlichen Regelung und setzt eine jährliche Auditfrequenz voraus, wobei alle drei Jahre ein kompletter Prüfzyklus notwendig ist. Umweltrelevante Informationen der Kunden über Nutzung und Entsorgung werden von der EMAS ausdrücklich verlangt. 

Alternativ können Unternehmen seit 1996, die DIN EN ISO 14001 anwenden. Ausschlaggebend für die Wahl des Systems ist dabei die jeweilige Ausrichtung der Organisation. Bei der ISO 14001 handelt es sich um eine Norm mit weltweiter Gültigkeit und dem Rechtsstatus einer privatwirtschaftlichen Norm.

Darüber hinaus ist die Veröffentlichung einer Umwelterklärung laut EMAS ausdrücklich verlangt, während dies laut ISO 14001 nicht der Fall ist. Die Auditfrequenz ist laut ISO 14001 nicht vorgegeben, erfolgt in der Regel aber jährlich.

 

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