Do, 9.07.2020 7 Minuten zu lesen

Was definiert die ISO 50001, wie wurde sie entwickelt und wie ist sie strukturiert?

Die DIN EN ISO 50001 ist ein Anforderungskatalog für deutsche und international tätige Unternehmen zur systematischen Implementierung und zum kontinuierlichen Betrieb eines Energiemanagementsystems.

Definition 

Die DIN EN ISO 50001 (Energiemanagement – Anforderungen mit Anleitungen zur Anwendung) stellt seit November 2011 einen Anforderungskatalog für deutsche und international tätige Unternehmen zur systematischen Implementierung und zum kontinuierlichen Betrieb eines Energiemanagementsystems zur Verfügung. 2018 wurde sie in der neuen DIN EN ISO 50001:2018 aktualisiert. 

Als klassische Managementsystemnorm ist die ISO 50001 nicht sektorspezifisch ausgerichtet und kann von diversen Organisationen, von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis hin zu Konzernen oder öffentlichen Betrieben, angewandt werden.

Die Norm stellt einen Handlungsrahmen zur Verfügung, welcher mit individuellem Engagement des jeweiligen Anwenders auszufüllen ist. Die dabei zu beachtenden formalen Anforderungen an die Funktionen und Aufgaben des EnMS müssen ein breites Spektrum abbilden. Folglich ist es die Aufgabe des jeweiligen Verantwortlichen, die Diversität an Ausgestaltungsoptionen, wie sie in der ISO 50001 beschrieben sind, entsprechend den eigenen Bedürfnissen anzupassen. 

Ein EnMS nach ISO 50001 kann vollkommen unabhängig von vorhandenen Managementsystemen eingeführt oder in bereits bestehende Managementsysteme integriert werden. 

Das Besondere an der ISO 50001 ist, dass sie so konzipiert wurde, dass sie sich mit anderen Managementsystemen, vor allem im Bereich Qualitäts- und Umweltmanagement, kombinieren lässt. So basiert die Norm – wie auch die DIN EN ISO 9001 oder die DIN EN ISO 14001 und EMAS  –  auf dem weit verbreiteten Plan-Do-Check-Act-Kreislauf (PDCA).  

Die Struktur ist dabei stark angelehnt an die Norm ISO 14001. Die von der Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses – einer das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit beratenden Einrichtung – veröffentlichte Vergleich von EMAS und ISO 50001 „Erfüllung der Anforderungen der DIN EN ISO 50001 „Energiemanagementsysteme“ durch EMAS“ https://www.emas.de/aktuelles/energiewende/abgleich-der-anforderungen-der-energiemanagementnorm-din-en-iso-50001-mit-emas/) verdeutlicht diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede. 

Die „International Organization for Standardization“ hat als Herausgeber dieser Norm kurze und kompakt eine Zusammenfassung mit dem Titel „ISO 50001 Energy management systems“ https://www.iso.org/files/live/sites/isoorg/files/store/en/PUB100400.pdf) veröffentlicht. 

Entwicklung der Norm 

Im Bereich Energiemanagement existieren bereits seit Anfang des Jahrtausends weltweit verschiedenen Normungen und Zertifizierungen. Zeitgleich zur Einführung der europäischen Norm für Energiemanagementsysteme, die DIN EN 16001:2009, wurde die ISO 50001 als international gültiger Anforderungskatalog für Energiemanagementsysteme entworfen. 

Trotz der parallelen Entwicklung haben die beiden Ansätze gemeinsam, dass sie beide genau in die bereits vorhandene Landschaft der existierenden Managementsysteme passen. Im November 2011 trat die DIN EN ISO 50001:2011 in Kraft. Im Vergleich mit der DIN EN 16001:2009 wurde diese inhaltlich nochmals komplett überarbeitet. Beispielsweise wurden Begriffe neu aufgenommen und die Strukturierung der Inhalte an die internationale Norm angepasst. In der Revision 2018 wurde die Norm unter anderem an die HLS (High Level Structure) angepasst. 

Abb. 1: Globale Normen und Zertifizierungen zum Energiemanagement 

Globale Normen und Zertifizierungen zum Energiemanagement

Struktur 

Bei der Gliederung der ISO 50001 haben sich die Verantwortlichen an den Aufbau der anderen ISO-Managementsystemnormen, wie die ISO 9001 zum Qualitätsmanagement oder die ISO 14001 zum Thema Umweltmanagementsysteme, orientiert. Da der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) für alle drei Managementsysteme ausschlaggebend ist, kann die ISO 50001 mit wenigen Ergänzungen in die Managementsysteme integriert werden, die auf den anderen Normen fundieren. 

Abschnitte 1 bis 3 der Norm ISO 50001 stellen Anwendungsbereich, Verweise auf andere Normen und Begriffe dar. Die eigentlichen Anforderungen an ein Energiemanagementsystem sind in Abschnitt 4 dargestellt: 

4.1: Allgemeine Anforderungen 

4.2: Verantwortung des Managements 

4.3: Energiepolitik 

4.4: Energieplanung 

4.5: Einführung und Umsetzung 

4.6: Überprüfung 

4.7: Managementbewertung (Management-Review)