Mi, 22.07.2020 3 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 3: Sollte ich eine Strategie für das Energiemanagement ausarbeiten?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

Im Normabschnitt 5.2 Energiepolitik beschreibt die Norm, dass die Geschäftsleitung die grundlegende Strategie des Unternehmens in Sachen Energie in Form der Energiepolitik festzuhalten hat. Dabei müssen die Geschäftsleitung bzw. das Topmanagement einige Punkte beachten. Zu diesen gehört, dass die Energiepolitik des Unternehmens auch zu diesem passen muss und nicht im Konflikt zur allgemeinen strategischen Ausrichtung steht. Dafür können bei der Ausarbeitung der Energiepolitik die Unternehmenspolitik oder auch die Unternehmensleitlinien hinzugezogen werden. Denn diese stellen eine gute Orientierungshilfe dar. Die Energiepolitik sollte langfristig und visionär verfasst werden und dabei eine klare Richtung vorgeben. Gleichzeitig sollten sich daraus konkrete Ziele ableiten können. Es sollten genügend Ressourcen, Informationen und Mittel definiert werden, um die Energieziele erreichen zu können. Die rechtlichen sowie etwaige Anforderungen sollten nicht nur berücksichtigt, sondern sich diesen verpflichtet werden. Die Energiepolitik sollte ein klares Bekenntnis zur kontinuierlichen Verbesserung der Energieleistung und des Energiemanagementsystems enthalten. Abschließend sollte die Beschaffung von energieeffizienten Produkten, Leistungen und Prozessen durch die Energiepolitik unterstützt werden.

Ist die Energiepolitik mit der dazugehörigen Strategie für alle Mitarbeiter verständlich verfasst, so sollte diese schriftlich fixiert und im Unternehmen kommuniziert werden. Dabei bietet es sich an, die Niederschrift nicht als mehrseitiges Dokument per Mail zu verschicken, sondern beispielsweise anhand anschaulicher Plakate im Betrieb für alle täglich sichtbar zu machen. Selbstverständlich solle die Energiepolitik von den Verantwortlichen regelmäßig überprüft und entsprechend angepasst werden. Dies sollte wiederum gegenüber den Beschäftigten kommuniziert werden.

Natürlich kann das Unternehmen seine Energiepolitik und –strategie auch als Aushängeschild gegenüber Kunden und anderen Interessengruppen einsetzen. Gerade die ständigen Verbesserungen bezüglich des Energieeinsatzes, des Energieverbrauchs und der Effizienz sollten in der Energiepolitik vermerkt und bereits abgeleistete Erfolge auch kommuniziert werden.

Abb.: Strategische Energieplanung

Strategische Energieplanung

Neben den energierelevanten Strategien sollten auch Vorhaben und Ziele bezüglich anderer Umweltaspekte berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise das Abfallmanagement, Emissionen oder der Ressourcenverbrauch. Dies hängt auch damit zusammen, dass günstige Energieträger meist einen negativen Einfluss auf andere Bereich haben. So ist Kohle vergleichsweise günstig, hat aber einen sehr hohen CO2-Anteil.

Da gerade das Thema rund um die Energie in den aktuellen Diskussionen und in der Politik sehr präsent und auch umstritten ist, sollte das Management seine Energiepolitik auch regelmäßig auf Aktualität überprüfen und nicht davor zurückschrecken entsprechende Anpassungen in der Strategie vorzunehmen.

Im nächsten Teil unserer Serie zur Energienorm DIN EN ISO 50001:2018 geht es weiter mit den Zielen, die sich ihr Unternehmen auf dem Weg zu einem effektiven Energiemanagement setzen sollte.