Do, 30.07.2020 3 Minuten zu lesen

Wozu dient der Spitzenausgleich?

Die deutschen produzierenden Unternehmen zahlen im europäischen Vergleich deutlich höhere Energiesteuern, welches die Wettbewerbsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Um dies auszugleichen hat die Bundesregierung 2002 den Spitzenausgleich eingeführt, bei welchen die betroffenen Betriebe bis zu 90% ihrer Energie- und Stromsteuerbelastung zurückerstattet bekommen.

Diesen Spitzenausgleich können die Unternehmen zusätzlich zu ihren Steuerentlastungen, die gemäß §§9a und 9b des Stromsteuergesetzes, beantragen, wenn ein zertifiziertes Energiemanagementsystem vorliegt sowie Energieeffizienzsteigerungsziele erreicht werden. 

Um herauszufinden, wie hoch die Vergünstigung für den betroffenen Betrieb tatsächlich ausfällt, wird der Belastungsbetrag durch die gezahlte Steuersumme errechnet. Minus eines Sockelbetrags ergibt dies die eine Seite der Berechnung.

Auf der anderen Seite wird betrachtet, wie hoch die Entlastungssumme der geringeren Rentenversicherungsbeiträge ist. Von der Differenz können die Unternehmen bis zu 90 % vom Hauptzollamt zurückfordern. 

Gemäß § 10 StromStG müssen die folgenden Bedingungen erfüllt werden, um den Spitzenausgleich beantragen zu können: 

  • Unternehmen des produzierenden Gewerbes  
  • Die gezahlte Stromsteuer im Kalenderjahr übersteigt den Betrag von 1.000€ (sogenannter „Sockelbetrag“). 
  • Zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS ist vorhanden. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) reicht auch ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz aus 
  • Die gezahlte Stromsteuer ist höher als die Senkung des Arbeitgeberanteils zur Rentenversicherung seiner Beschäftigten 

Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach der DIN EN ISO 50001 lohnt sich daher für Unternehmen des produzierenden Gewerbes auf jeden Fall. Einerseits hilft es, die Energiekosten deutlich zu senken. Andererseits ist es eine Bedingung für staatliche Entlastungen wie den Spitzenausgleich oder eine Reduzierung der EEG-Umlage.