Mo, 21.09.2020 5 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 10: Welche Risiken sind im Energiemanagement vorhanden?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

Der Normabschnitt 6.1 beschäftigt sich mit Maßnahmen im Umgang mit Chancen und Risiken. Für diesen Artikel unserer Energienorm-Serie konzentrieren wir uns vor allem auf die vorhandenen Risiken bei der Umsetzung der Norm. Diese hat die Zielsetzung, dass die Unternehmen bereits bei der Planung des Managementsystems mögliche Risiken, etwa bezüglich der Energieverschwendung, erkennen und aus der Welt schaffen können.

Beim täglichen Arbeiten mit dem Energiemanagement, aber noch verstärkt bei der Planung der Prozesse und Regelungen, müssen sich die Verantwortlichen fragen, was den Erfolg der Tätigkeiten und Prozesse gefährden könnte und welcher Ansatz von vorneherein am besten funktioniert.

Die passenden Ansätze sind dabei:

  • Wie kann man unerwünschte Auswirkungen verringern oder gar verhindern?
  • Wie kann besser gewährleistet werden, dass die Energieziele erreicht werden und Energie eingespart wird?
  • Wie kann man insgesamt Verbesserung im System und beim Energiesparen erreichen?

Bei der Bearbeitung dieser Ansätze ist allerdings zu beachten, dass der prognostizierte Aufwand und der zu erwartende Erfolg in einem angemessenen Verhältnis zueinanderstehen sollten. Eine genaue Bewertung dieses Verhältnisses ist allerdings meist erst im Nachhinein möglich.

Tipp: Bei der Risikoidentifikation und der damit einhergehenden Minimierung ist ein ausführliches Dokumentationsmanagement erforderlich. Nicht nur die quantitativen Daten sollten sich mit einem zuvor definierten Risiko verbinden lassen, sondern auch andere Informationen und Einsichten sollte man abspeichern können. Unsere Energiemanagement Software Eco²lot bietet Ihnen ein entsprechendes Inhaltsverwaltungssystem an, mit welchem Ihnen die benötigten Informationen immer zur Hand sind.

Die Unternehmen stehen bei der Umsetzung des Managementsystems vor verschiedenen Risiken. Die meisten Risiken führen dabei zur Energieverschwendung. So auch die Folgenden:

  • Zu wenig Kühlwasser
  • Prozesse, die nicht ablaufen wie geplant
  • Ineffizienter Einsatz von Maschinen und Geräten
  • Falsches Lüftungsverhalten
  • Nichtbeachtung neuer Gesetze und Regelungen

Am besten lassen sich die Risiken, genauso wie die Chancen, mit bestehenden Instrumenten des Qualitätsmanagements managen. Beliebte Methoden sind dabei die Prozess-FMEA (Failure Mode and Effects Analysis), Design-FMEA, Produkt-FMEA sowie eine SWOT-Analyse, die sich allesamt mit dem Energieblickwinkel durchführen lassen. Bei der Definition von einem Risiko sollte dies auch immer im Kontext der anderen Risiken priorisiert, die Eintrittswahrscheinlichkeit berechnet und die Auswirkungen geschätzt werden. Mögliche Auswirkungen beim Eintreten eines Risikos sind die Anpassung der Energieziele, das Schulen von Mitarbeitern, die Erstellung und Anpassung von Arbeitsanweisung oder Prozessen sowie einzelne Verbesserungsprojekte oder –maßnahmen.

Bei der Dokumentation der Risiken macht die Energienorm den Unternehmen keine Vorschriften. Es ist aber sinnvoll, gerade die technologischen Risiken zu überwachen und ggf. anzupassen. Außerdem sollten eingesetzte Maßnahmen anhand der entsprechenden Kennzahlen ausgewertet und in ihrem Erfolg bewertet werden. Dadurch entsteht ein Lernprozess, welcher dem Unternehmen bei zukünftigen Handlungen von Nutzen sein kann.

Mit dem Thema rund um die Kennzahlen beschäftigt sich auch unser nächster Artikel der Energiemanagement-Serie mit dem Titel Zahlen, Daten und Fakten.