Mo, 7.09.2020 4 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 8: Welche Prozesse sind beim Energiemanagement vorhanden?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

Der Abschnitt 4.4 der Energienorm DIN EN ISO 50001:2018 handelt vom Energiemanagementsystem im Allgemeinen. Dabei sollen die Prozesse grundsätzlich so gehandhabt werden, dass sich das energetische System und die Energieleistung weiterentwickeln und optimieren können. Dafür müssen die Verantwortlichen zu Beginn ein Energiemanagementsystem aufbauen, realisieren, betreiben und optimieren. Dafür bietet es sich bereits an relevante Regelungen festzulegen, die bei der Arbeit mit dem Energiemanagementsystem herangezogen werden und wiederum anhand der internen und externen Umstände weiterentwickelt, angepasst und optimiert werden. Darüber hinaus müssen die Verantwortlichen sämtliche Prozesse festlegen, welche die Energieleistung des Unternehmens beeinflussen können. Dies sind vordergründig diejenigen Prozesse, die entweder zur Wertschöpfung direkt beitragen oder diese unterstützen.

Tipp: Parallel zur Einführung Ihres Energiemanagementsystems sollten Sie sich direkt für eine geeignete Software entscheiden. Diese unterstützt Sie bei der Strukturierung und der Umsetzung. Sie wissen nicht, was bei einer Energiemanagement Software wichtig ist? Unsere Experten beraten Sie kostenfrei und umfänglich.

Aber wie sollten Unternehmen in der Praxis konkret vorgehen? Beim Aufbau des Energiemanagementsystems sollten zu Beginn die Geschäftsprozesse des Unternehmens definiert werden, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Energieleistung haben. Dazu zählen meist die Wertschöpfungsprozesse, aber auch die Unterstützungsprozesse, Führungsprozesse und Verbesserungsprozesse. Eine innerbetriebliche Informationsquelle, die einigen Aufwand ersparen kann, ist das bereits bestehende Qualitäts- und Umweltmanagementsystem. Dabei sollte sich das Unternehmen nicht zu stark nach der Energienorm DIN EN ISO 50001 richten, sondern die eigenen Prozesse so definieren, dass diese für die Beschäftigten leicht verständlich sind. Beispielsweise können die Prozesse nach Bereichen unterteilt werden, sodass sich die Mitarbeiter primär mit denjenigen Prozessen auseinandersetzen, die in ihrem Bereich liegen.

Hierfür bietet sich beispielsweise die folgende Unterteilung mit den jeweiligen Normabschnitten an. Zu den Führungsprozessen gehört die Strategie und Zielsetzung (4.1, 4.2, 5.2 und 6.2), die Chancen und Risiken (6.1) sowie die rechtlichen Anforderungen (4.2 und 9.1.2). Die Wertschöpfungsprozesse umfassen die Beschaffung von Energie (8.3), die Investitionen und Auslegung (8.2 und 8.3), die Maschineneinstellungen (8.1) sowie die Wartung und Instandhaltung (7.1 und 8.1). Die Unterstützungsprozesse beinhalten den Umgang mit Informationen (7.2, 7.3, 7.4 und 7.5), das Messen und Beobachten (6.6), das Analysieren und Bewerten (6.3, 6.4, 6.5, 9.1 und 9.3) sowie die Verbesserungen und das Projektmanagement (6.1, 6.2, 9.2 und 10).

Beim Prozessmanagement können sich die Unternehmen entscheiden, ob sie einen Energiemanagementbeauftragten für die Prozesse bestimmen oder, ob jeder einzelne Prozess einem Verantwortlichem zugeordnet wird. Erstere Alternative bietet sich eher bei kleineren Betrieben an, hat den Vorteil, dass alle Informationen an einer Stelle gebündelt werden, aber gleichzeitig den Nachteil, dass sich die übrigen Beschäftigten nicht mit dem Thema Energie identifizieren können. Bei der zweiten Alternative kümmert sich der entsprechende Prozesseigner um die Dokumentation, die Pflege, um entsprechend notwendige Schulungen oder auch um die Prozessoptimierung.

Tipp: Mit Eco²lot können Sie jedem Mitarbeiter unterschiedliche Berechtigungen zuteilen und diese können sich ein für ihren Bereich relevantes Dashboard zusammenstellen. Dies erleichtert die Arbeit und spart Kosten bei der Schulung Ihrer Mitarbeiter.

Die Dokumentation der Prozesse sollte möglichst schriftlich erfolgen, da sich bei einer mündlichen Dokumentation die Umsetzung und Überprüfung deutlich schwieriger gestalten. Das Niederschreiben der Prozessabläufe kann dabei über verschiedene Methoden stattfinden: IT-Workflows mit der entsprechenden Software, eine textliche Beschreibung oder aber allgemeine Prozessübersichten.

Im nächsten Abschnitt unserer Energienorm-Serie geht es inhaltlich weiter mit der Fragestellung, was die Verantwortlichen beim Energiemanagement alles zu erledigen haben.