Mo, 26.10.2020 5 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 15: Wie lerne ich am besten aus meinen Fehlern?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

In unserem vorletzten Artikel der Serie zur Energienorm DIN EN ISO 50001:2018 widmen wir uns dem Normabschnitt 10.1 mit dem Titel Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen. Das Ziel der Norm und vermutlich aller Verantwortlichen, ist es, dass begangene Fehler nicht wiederholt werden. Aber wie gelingt dies?

Passiert im Betriebsablauf ein Fehler, so sollte zu allererst der Missstand beseitigt werden, damit nicht noch mehr Energie verschwendet wird und die Kosten unnötig ansteigen. Dies zählt als Maßnahme zur Fehlerbeseitigung oder als Sofortmaßnahme. Nachdem das Problem bereits behoben oder die Fehlerfolge bereinigt sind, wird im zweiten Schritt überlegt, wie dieser Fehler zukünftig vermieden werden kann. Dies wird dadurch erreicht, dass nicht nur der Fehler selbst, sondern auch seine Ursache beseitigt wird. Erst dann wird also der Prozess oder der Ablauf durch eine entsprechende Korrekturmaßnahme korrigiert.

Tipp: Die Systematik des PDCA-Zyklus ist in die Energiemanagement Software Eco²lot integriert. Dadurch können Sie Verbesserungs- und Fehlerbehebungsprozesse direkt in der Software managen.

Für den zweiten Schritt fordert die Norm eine festgelegte Vorgehensweise. Zu Beginn des zweiten Schrittes sind die Notwendigkeiten für eine Korrekturmaßnahme zu prüfen, denn nicht immer ist eine solche Maßnahme überhaupt sinnvoll. Beispielsweise, wenn es sich um einen einmaligen Fehler bzw. Ausrutscher handelt.

Handelt es sich um einen wiederholten bzw. mehrmaligen Fehler von gleicher Art oder Ursache, so spricht man von einem systematischen Fehler. Diese lassen sich durch das korrigieren der Ursache für immer vermeiden. Daher ist eine Korrekturmaßnahme auch unerlässlich. Bei der Korrektur wird die Fehlerursache analysiert und erörtert, wie diese beseitigt werden kann.

Wurde eine geeignete Verbesserungsmaßnahme ausgewählt, so muss diese umgesetzt und anschließend ihre Wirkung auf Erfolg kontrolliert werden. Erst wenn der Fehler nicht mehr vorkommt, so hat die Maßnahme die beabsichtigte Wirkung erzielt. Besteht die Fehlerursache weiterhin, so wird der Fehler mit ziemlicher Sicherheit wieder auftreten und es muss eine andere Korrekturmaßnahme umgesetzt werden.

Ist ein überraschender Fehler aufgetreten, so sollten die Risiken und Chancen zum jeweiligen Prozess überarbeitet werden. Hier muss die Einschätzung des Risikos korrigiert werden. Genauso kann es sinnvoll sein, dass die Korrekturmaßnahme in eine permanente Änderung der Regelungen für das Energiemanagementsystem übernommen wird.

Die nachfolgende Abbildung fasst noch einmal den Prozess zur Fehlerbehebung zusammen.

Bei den Korrekturmaßnahmen ist selbstverständlich ein Kosten-Nutzen-Verhältnis zu berücksichtigen. Das heißt, die Maßnahmen sollten in einem angemessenen Verhältnis zu der Fehlerhäufigkeit und den Auswirkungen stehen. Zur Dokumentation und als Nachweis müssen schriftliche Aufzeichnungen über den Fehler, die getroffene Korrekturmaßnahme und deren Erfolg gemacht werden. Für eine bessere Erfolgskontrolle bieten sich verschiedene Ansätze an:

  • Maßnahmen in zukünftige Besprechungsprotokolle aufnehmen
  • Eine zentrale Liste oder Datenbank führen
  • Formulare anlegen
  • Programmierte Workflows im EDV nutzen

Wird das oben beschriebene angewendet, so reduziert sich mit der Zeit die Anzahl an aufgetretenen Fehlern und auch die Fehlerursachen werden systematisch abgebaut. Im nächsten und vorerst letzten Artikel unserer Serie zur Energienorm DIN EN ISO 50001 stellen noch einmal die möglichen Alternativen zu dieser Norm vor. Denn ein erfolgreiches Energiemanagement muss nicht immer auf der DIN 50001 basieren.