Mo, 17.08.2020 3 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 6: Welche Energieeffizienz-Maßnahmen sind günstig und helfen viel?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

Teil 6: Welche Energieeffizienz-Maßnahmen sind günstig, aber helfen viel?

In Teil 5 unserer Serie zur Energienorm haben wir erörtert, wie Erfolge des Energiemanagements am besten gemessen werden können. In diesem Abschnitt dreht sich alles um die Fragestellung, welche konkreten Maßnahmen günstig sind, aber eine große Wirkung haben.

Um Energieeinsparungen im Betrieb umsetzen zu können, wird genügend Personal, Ressourcen sowie Mittel benötigt, um die Energiemanagementprozesse selbstständig ausführen und optimieren zu können. Um eine effiziente und kostengünstige Planung sicherzustellen, müssen die Arbeitsstunden geschätzt, die Messgeräte bereitgestellt sowie die Hard- und Software für die Datenerhebung einsatzbereit gemacht werden. Sind die beteiligten Personen aber nicht angemessen geschult und nicht zeitlich verfügbar, so können selbst die einfachsten Energieeffizienzmaßnahmen nicht genutzt werden. Allerdings müssen nicht alle Mitarbeiter intensiv geschult werden. Es reicht aus, wenn diejenigen Mitarbeiter, die den Energieverbrauch beeinflussen oder am Energiemanagementsystem beteiligt sind für ihren jeweiligen Bereich geschult werden. Anhand eines Qualifikationsprofils für jede Stelle lässt sich beispielsweise einfach definieren, was der Mitarbeiter in der jeweiligen Funktion können muss.

Tipp: Um Ihre Mitarbeiter kostengünstig und zeitsparend auszubilden, bieten die Energie-Effizienz-Experten von Eco²lot eine Vielzahl an Schulungen für unterschiedliche Unternehmensbereiche an. So gibt es unter anderem eine Schulung speziell für Techniker, für Produktionsmitarbeiter und sogar zugeschnitten auf die Managementebene.

Ein beliebter Ansatz, um einfach und schnell Einsparpotenziale zu nutzen, ist die Überprüfung der Risiken zur Energieverschwendung und der Chancen zur Einsparung. Leider kann der tatsächliche Effekt einer Maßnahme immer erst im Nachhinein bewertet werden. Aber es gibt gewisse Faktoren, die zu ungewünschten Effekten, wie Energieverschwendung, unwirksamer Energienutzung oder einem falschen Umgang mit Maschinen und Anlagen führen:

  • Falsches Lüftungsverhalten
  • Ineffizienter Einsatz von Anlagen, Maschinen und Geräten
  • Zu wenig Kühlwasser
  • Drohende Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge
  • Prozesse, die nicht ablaufen wie geplant
  • Einkauf von Produkten mit schlechtem CO2-Fußabdruck oder Energiebilanz
  • Einsatz eines E-Mobils oder Hybridautos ohne regenerative Stromquelle

Im Gegensatz dazu bieten die folgenden Chancen einen schnellen Nutzen für das Energiemanagementsystem:

  • Abwärmenutzung
  • Automatisierung von Belüftung und Beleuchtung
  • Isolieren
  • Gebäude sanieren
  • Beleuchtung auf LED umrüsten
  • Raumtemperatur senken
  • E-Mobilität und Photovoltaik nutzen

Sind diese Potenziale bereits ausgeschöpft, so können Unternehmen ebenfalls Methoden zur Chancenfindung einsetzen. Dazu zählen beispielsweise Vorschläge der Beschäftigten, Energieaudits, Bedarfsanalysen, Überprüfung der Anwendbarkeit neuer Technologien, Brainstorming, Design Thinking, Tipps von Regierungsorganisationen oder auch Konferenzen und Netzwerke zum Austausch von Erfahrungen.

Im nächsten Teil unserer Energienormserie zur DIN EN ISO 50001:2018 dreht sich alles um die Fragestellung: Welche Faktoren beeinflussen das Energiemanagement?