EU Green Deal mit fit for 55
Mo, 3.01.2022 9 Minuten zu lesen

EU Green Deal: Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft, um Klimaziele zu erreichen

Die Europäische Kommission hat heute ein Paket von Vorschlägen zur Gestaltung der EU-Klima-, Energie-, Landnutzungs-, Verkehrs- und Steuerpolitik angenommen, um die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Diese Reduzierung der Emissionen im nächsten Jahrzehnt ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg Europas, bis 2050 der erste kohlenstoffneutrale Kontinent der Welt zu werden und einen Green Deal für Europa zu schaffen. Mit den vorgelegten Vorschlägen legt die Kommission das Rechtsinstrument für unsere Klimastrategie für 2030 vor.

Die Kommission schlägt einen fairen, effektiven und ehrgeizigen Rahmen vor, um unsere Klimaziele zu erreichen. Der Klima- und Energierahmen 2030 legt verbindliche jährliche Treibhausgasreduzierungen zu den geringsten Kosten fest und wird die Emissionen gegenüber 1990 um 40% senken. Außerdem fördert er den Übergang zu einer europäischen kohlenstoffarmen Wirtschaft, indem er Energieeinsparungen und erneuerbare Energiequellen fördert.

Klima- und Energierahmen 2030

Und er stärkt die Energieversorgungssicherheit Europas, indem er einheimische Quellen nutzt und unsere Versorgung stärker diversifiziert. Der Klima- und Energierahmen 2030 enthält die wesentlichen Elemente, um alle drei Säulen der Energieunion zu erfüllen. Er legt eine Strategie fest, wie wir unser Emissionshandelssystem reformieren werden, um Treibhausgase kosteneffizient zu reduzieren auch in der Zeit nach 2020, insbesondere in den Sektoren außerhalb des Emissionshandelssystems. Sie stellt auch sicher, dass die Energieeffizienz Vorrang hat, wenn wir Steuergelder investieren.

Die EU hat in den letzten 15 Jahren viel erreicht, um die Emissionen um fast ein Fünftel zu senken und die erneuerbaren Energien um mehr als ein Drittel zu steigern. Wenn die drei wichtigsten Ziele erfüllt sind, wird die EU ihre CO2-Emissionen von 1990 bis 2030 um 40% reduziert haben.

Ehrgeizige Ziele bis 2050

Aber es muss noch mehr getan werden, wenn wir unsere langfristigen Reduktionsziele von mindestens 55% bis 2050 und 80-95% bis 2080 erreichen wollen. Die drei vorgeschlagenen Ziele für 2030 werden die Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union verringern um 'mindestens' 40% im Vergleich zu 1990. Die EU als Ganzes hat sich verpflichtet, die Emissionen bis 2050 um mindestens 80-95% gegenüber 1990 zu reduzieren. Die Kommission hat vorgeschlagen, dass dieses langfristige Reduktionsziel im Rahmen eines neuen Klimaabkommens, das voraussichtlich in Paris verabschiedet wird, in rechtlich verbindliche Verpflichtungen für alle Länder der Welt umgesetzt werden sollte.

Mögliche wirtschaftliche Auswirkungen

Die Folgen des Klimawandels könnten bis zum Jahr 2100 Schäden in Höhe von 100 Mrd. € pro Jahr verursachen, während die Senkung der Treibhausgasemissionen jährliche Einsparungen von bis zu 30 Mrd. € durch niedrigere Brennstoffrechnungen bringen könnte undbessere Gesundheit. b) Mit dem richtigen regulatorischen Rahmen sind signifikante Emissionsreduzierungen auch über 2030 hinaus möglich.

Die drei Hauptziele

Die drei Hauptziele des neuen Green Deals sind die Senkung der Emissionen in allen Sektoren, um die Wirtschaft und die Fähigkeit der Gesellschaft zu stärken, sich an den Klimawandel anzupassen, der Europa stärker treffen wird. Die Europäische Kommission schlägt einen effektiven und ehrgeizigen Rahmen, um unsere Klimaziele zu erreichen.

Ziel Nr. 2 befasst sich mit der Entkopplung von Wachstum und der Ressourcennutzung. Europa ist einer der größten Ressourcenverbraucher der Welt. Technologische Fortschritte sind erforderlich, um den Verbrauch zu reduzieren und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum zu sichern. Aber auch ein Umdenken von Lebensstil, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Das dritte Ziel handelt von der Förderung des Übergangs in eine grüne Zukunft. Alle Menschen und Regionen in Europa sind zu berücksichtigen. Bis zu 75 Milliarden Euro werden zwischen 2021 und 2027 bereitgestellt, um die sozioökonomischen Auswirkungen des Übergangs zur Klimaneutralität abzumildern. Insbesondere in bisher treibhausgasintensiven Regionen.

Der Klima- und Energierahmen 2030 ist der Eckpfeiler der EU-Strategie zur Erreichung des langfristigen Treibhausgasreduktionsziels für 2050 sowie der verbindlichen Ziele für Energieeffizienz und erneuerbare Energien für 2020, die zum Aufbau einer energieeffizienten, kohlenstoffarmen Wirtschaft mit hohem Wachstumspotenzial beitragen werden.

Fit for 55

Am 14. Juli hat die EU Kommission außerdem das “Fit for 55” Maßnahmenpaket vorgestellt. Es ist ein Maßnahmenpaket, das Vorschläge enthält, wie die EU das Zwischenziel 2030 auf dem Weg zur Klimaneutralität erreichen wird. Es enthält auch Vorschläge für Anpassungen der Gesetzgebung, neue Initiativen und Vorschläge in den Bereichen Energie und Kraftstoffe, Klima, Landnutzung und Forstwirtschaft sowie Gebäude. Darüber hinaus werden die Gesetzesvorschläge durch eine Folgenabschätzung unterstützt. Folgende Bereiche sollen dabei optimiert werden:

Ziele

  • Aktualisierte Verordnung über Lastenteilung, Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft.
  • Aktualisierte Richtlinie für erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Regeln

  • Strengere CO2-Ziele für Pkw und leichte Lkw
  • Neue Infrastruktur für alternative Kraftstoffe
  • Nachhaltigere Luft- und Schifffahrt

Preisgestaltung

  • Einführung eines CO2-Grenzanpassungsmechanismus
  • Aktualisierte Richtlinie zur Energiebesteuerung
  • Ausweitung des bestehenden Emissionshandelssystems auf den Seeverkehr; Einführung eines separaten EU-Emissionshandelssystems für Straßenverkehr und Gebäude

Ziel des Maßnahmenpakets "Fit for 55" ist es, die Treibhausgasemissionen (THG) bis 2025 um mindestens 55% und bis 2050 um höchstens 95% gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Dies wäre ein erster Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2075, wie sie im Rahmenplan 2030 der Kommission festgehalten wurde.

Was ist dabei für Unternehmen wichtig?

Es ist klar, dass Gesellschaft und Unternehmen mit einem deutlichen Preisanstieg bei der Nutzung fossiler Energien rechnen müssen.

Anpassung des Marktes für Verschmutzungsrechte: Die Anzahl der Zertifikate im bestehenden europäischen Emissionshandelssystem soll stärker reduziert werden, was zu einer CO2-Reduktion von 61 Prozent bis 2030 führt (bisher lag das Ziel bei 43 Prozent).

Erneuerbare-Energien-Richtlinie: Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch soll um 40 Prozent steigen.

Wesentliche Änderungen im Straßenverkehr geplant: Neuzulassungen ab 2035 nur noch für Zero-Emission-Autos – auch das steckt im „Fit for 55“-Paket.

Vorschläge zum Energiesparen: Gefordert wird eine Verdoppelung der Energiesparverpflichtungen der EU-Staaten sowie Mindestsätze der Energiesteuer, die sich nach dem Energiegehalt statt nach der Menge richten.

Tipps für die nächsten Schritte

Wenn Unternehmen nachhaltiger wirtschaften wollen, liegt der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien nahe. Aber auch mit Energieeffizienzmaßnahmen können sich Einsparungen realisieren lassen.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen:

  • Nutzen Sie Effizienzen bei der Energienutzung und -umwandlung und rüsten Sie beispielsweise auf LEDs um
  • Emissionserzeugende Produkte und Rohstoffe ersetzen und z.B. Ihre Kältemittel zur Kühlung oder Raumklimatisierung
  • Steigerung der Energieeffizienz in Abläufen und Prozessen, z.B. durch den Einsatz energieeffizienter Software.
  • Führen Sie E-Mobilität inklusive Ladeinfrastruktur in Ihrem Unternehmen ein
  • Arbeiten Sie mit erneuerbaren Energien, z.B. Photovoltaik, zur Prozesswärmeerzeugung sowie Kälte- und Wärmeerzeugung

Fazit

Die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral sein. Um dieses große Ziel zu erreichen, werden die gesellschaftlichen und politischen Komponenten klimaschonend gesteuert. Und zwar so, dass die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Zu diesem Zweck hat die Europäische Kommission am 14. Juli 2021 Gesetzesvorschläge vorgelegt, die einen erheblichen Einfluss auf Unternehmen haben werden.

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