Mo, 3.08.2020 5 Minuten zu lesen

ISO 50001 - Teil 5: Wie messe ich Erfolg im Energiemanagement?

Unsere Serie zur ISO 50001:2018: Die Energienorm verstehen und effektiv umsetzen.

In Teil 4 unserer Serie zur Energienorm haben wir erörtert, welche Zielsetzungen im Rahmen des Energiemanagements sinnvoll und effektiv sind. In diesem Artikel geht es chronologisch mit der Fragestellung weiter, wie ich meinen Erfolg im Energiemanagement am besten messen kann. Der relevante Normabschnitt dazu ist Nummer neun „Bewertung der Leistung“.

Konkret will die Norm erreichen, dass eine kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung und des gesamten Energiemanagementsystems erreicht wird. Aber wie kann dies gemessen werden?

Ein zentraler Aspekt bei der Erfolgsmessung ist eindeutig die Datenüberwachung und –analyse. Dabei ist es essentiell zu wissen, was, wie und wann überwacht, gemessen, analysiert und dokumentiert wird. Eine Verbesserung kann einfach ausgemacht werden, wenn die tatsächliche Energieleistung mit der energetischen Ausgangsbasis verglichen wird. Aufpassen sollte man, wenn der tatsächliche deutlich von dem zu erwartenden Wert abweicht. Dann sollte der Sachverhalt genauer untersucht und ggf. reagiert werden.

Tipp: Mit Eco²lot haben Sie ein einfach zu bedienendes Werkzeug, mit welchen Sie die Datenüberwachung und Auswertung automatisieren können. Lassen Sie sich vollautomatisch erstellte Berichte regelmäßig zusenden und beobachten Sie den Erfolg Ihrer Optimierungsmaßnahmen. Falls die Messwerte mal deutlich von der Norm abweichen, so alarmiert Sie Eco²lot automatisch.

Allgemein sollten im Unternehmen Regeln für die Ermittlung, Analyse und Dokumentation von Daten aufgestellt werden. Die Messergebnisse besitzen eine sehr hohe Wichtigkeit, da sich anhand derer die Einspareffekte beurteilen und der Erfolg des Energiemanagementsystems nachweisen lassen.

Besonders relevant sind dabei die Daten, ...

  • auf denen die Zielsetzungen basieren
  • die den Energieverbrauch messen
  • der SEUs (wesentlichen Verbraucher)
  • der festgelegten Leistungskennzahlen (EnPIs)
  • die für die Umsetzung der Maßnahmen und Aktionspläne wichtig sind

Daten können aber nicht willkürlich erhoben werden, sondern müssen nach einem zuvor aufgestellten Plan gesammelt werden. In einem derartigen Plan muss die Art der Daten, die Art und die Häufigkeit der Ermittlung und der Aufbewahrung definiert sein.

 Tipp: Speichern und verwalten Sie Ihre Projektinformationen am besten direkt in Ihrer Energiemanagement Software. So können Sie die relevanten Daten direkt mit den dazugehörigen Projekten verknüpfen.

Bei der praktischen Umsetzung sollte zuerst ein Überblick über den Energieverbrauch im Unternehmen geschafft werden. Dazu bietet es sich an, alle Energieträger und –arten aufzulisten sowie die Verbrauchsmengen entsprechend zuzuordnen. Diese Informationen können einfacherweise aus den Rechnungen der Energieversorger übernommen werden. In diesem Zusammenhang sind auch die Lastganganalysen interessant, um den jeweiligen Verbrauch im Zeitablauf analysieren zu können. Es lassen sich dadurch Leistungsspitzen und Verbrauchsmuster leicht erkennen. In einem nachfolgenden Schritt können dann die Energieträger zuerst den verschiedenen Zwecken und dann den verbrauchenden Anlagen, Geräten und Gebäuden zugeordnet werden. Für eine übersichtliche Darstellung eignet sich beispielsweise ein Sankey-Diagramm.

Abgesehen von dieser eher allgemeinen Erfolgsmessung, müssen die Verantwortlichen auch sicherstellen, dass die Gesetzte und rechtlichen Anforderungen an den Energieeinsatz, -verbrauch, -einsparung und –managementsystem erfolgreich umgesetzt werden. Diese Erfolgsbewertung sowie die ggf. umgesetzten Maßnahmen müssen ebenfalls schriftliche dokumentiert werden. Aber wie setzt man die Erfolgsbewertung der rechtlichen Anforderungen praktisch um?

Beispielsweise können die Verantwortlichen anhand einer Begehungscheckliste das Unternehmen ablaufen und zuvor festgelegte Punkte überprüfen. Also beispielsweise, durch das Ablesen von Messdaten, die Überprüfung von Einstellparametern oder die Kontrolle von Betriebstagebüchern. Durch derartige regelmäßige Begehungen kann gewährleistet werden, dass gerade neue Pflichten und Prozesse verlässlich eingehalten werden.

Weiterhin können auch interne Audits auf der organisatorischen Ebene durchgeführt werden. Hierbei werden gesamte Prozessabläufe auf Norm- und Gesetzeskonformität überprüft. Dabei wird zum einen kontrolliert, ob die definierten Abläufe den rechtlichen Vorgaben entsprechen und zum anderen, ob diese auch in der Praxis wie vorgeschrieben umgesetzt werden.

In der Praxis haben die Verantwortlichen oft Bedenken, dass dokumentierte und kommunizierte Gesetzesverstöße von den Behörden nachträglich geahndet werden. Die Erfahrung von verschiedenen Experten zeigt allerdings ein anderes Bild. Wenn Behörden von derartigen Mängeln erfahren haben und die entsprechenden Maßnahmen zur Korrektur sofort umgesetzt wurden, so fiel die Reaktion der Behörden ausnahmslos positiv aus. Ein weiterer sehr relevanter Aspekt ist die gelebte Fehlerkultur der Geschäftsleitung. Lebt die obere Führungsebene Offenheit und Transparenz vor, so färbt dies auch auf die Beschäftigten im Unternehmen ab.

Um Erfolge zu erzielen benötigt es ganz verschiedener Maßnahmen im Rahmen des Energiemanagements. Im nächsten Teil unserer Serie zur Energienorm DIN EN ISO 50001 widmen wir uns daher denjenigen Maßnahmen die vergleichsweise günstig sind, aber eine große Wirkung haben.