So, 5.04.2020 10 Minuten zu lesen

Die Dos und Dont’s beim operativen Energiemanagement

Um ein erfolgreiches Energiemanagement im Betrieb ein- und durchführen zu können, benötigt jedes Unternehmen ein entsprechendes Messsystem zur Erfassung der Energiedaten. Diese Daten sollen die Fragen beantworten, wo, wie und wann der Betrieb seinen höchsten Energieverbrauch hat, um adäquate Optimierungsmaßnahmen einleiten zu können. Bei der Implementierung eines derartigen Messsystems sollten die Verantwortlichen folgende Dos und Dont’s berücksichtigen:

Do: Erstmal einen Überblick verschaffen

Bevor damit angefangen wird die ersten operativen Entscheidungen zu treffen und Messsysteme zu installieren, sollte ein Überblick über den Betrieb vorhanden sein. Dabei sollten die Lage der Energieeinspeisungspunkte, der Verlauf der Haupt- und Unterverteilungen sowie die größten Verbraucher identifiziert werden. Ist eine derartige „Karte“ der Energieflüsse vorhanden, so kann damit begonnen werden die entsprechenden Orte der Messstellen festzulegen. Sollten Sie trotzdem noch nicht so recht wissen, wo diese am besten zu platzieren sind, so stehen Ihnen die Experten von Eco²lot gerne zur Seite. Generell lässt sich sagen, dass der Ort der Einspeisung immer eine gute Ausgangsposition darstellt. Von dort aus können dann die Haupt- und Unterverteilungen als Orientierung dienen. Entsprechend dem Energiefluss werden die weiteren Messsysteme dann an den Energieabgängen platziert. Je nachdem wie viele Messstellen implementiert werden sollten, erhält man sehr detaillierte Einblicke Rund um den Energiefluss im eigenen Unternehmen und kann Optimierungsmaßnahmen entsprechend besser identifizieren, ausführen und auswerten. Gemäß dieser „Top-Down“-Methode erhalten Betriebe nicht nur sehr schnell einen Überblick, sondern können sich auch zeitnah auf die energieintensiven Bereiche im Unternehmen fokussieren.

Do: Die richtigen Energieleistungskennzahlen (EnPIs) auswählen und definieren

Ein weiterer notwendiger Grundstein des Energiemanagements sind die Energieleistungskennzahlen, anhand derer die durchzuführenden Maßnahmen ausgewählt und der Erfolg dieser evaluiert wird. Bei der Auswahl der EnPIs, kurz für Energie Performance Indicators, sollte darauf geachtet werden, dass diese aussagekräftige Informationen zu den Unternehmens- und Energiezielen liefern. Die Definition der Kennzahlen sollte von den innerbetrieblichen Energieexperten individuell für das Unternehmen durchgeführt werden, da dies unter anderem von den Produktionsprozessen sowie den eingesetzten Anlagen abhängt und sich auch an der vorhandenen oder geplanten Datenbasis orientieren sollte. Zu den sinnvollen Kennzahlen gehören beispielsweise der Energieverbrauch der Produktionsanlagen im Verhältnis zur produzierten Menge oder im Verhältnis zu den eingesetzten Rohmaterialien sowie der Verbrauch der Heizungsanlage pro Fläche. Generell sollte die Auswahl und Definition der richtigen Energieleistungskennzahlen oberste Priorität genießen, da dies ein elementarer Schritt auf dem Weg zur Steigerung der Energieeffizienz ist.

Do: Vermeiden Sie eine Software als Einzelplatzlösung

Bei der Auswahl der richtigen Energiemanagement Software sollte darauf geachtet werden, dass der Hersteller flexible Lösungen für die Softwarenutzung anbietet. Eine Software als Einzelplatzlösung bindet die Energiemanager an einen Rechner, limitiert diese dadurch in ihrer Arbeit und verschenkt Potenziale. Eco²lot zeigt hingegen auf, wie Sie mit Hilfe einer webbasierten Anwendung, einer eigenen Cloud und einem zentralen Datenspeicher Flexibilität gewinnen sowie größere Potenziale erschließen. Dadurch wird Ihnen ermöglicht Analysen, Reports und Berichte unabhängig vom Arbeitsplatz und dem Endgerät zu erstellen, einzusehen und zu kommentieren. Der zentrale Datenspeicher ermöglicht es außerdem, dass beliebig viele Nutzer gleichzeitig auf die betrieblichen Daten zugreifen können. Und dabei ist es nicht einmal notwendig, dass die Software auf den PCs installiert wird. Eco²lot kann ganz einfach und schnell über den Browser erreicht werden.

Do: Die Wirtschaftlichkeit sicherstellen

Um langfristig erfolgreiches Energiemanagement durchführen und die beteiligten Interessensgruppen dabei motiviert halten zu können, sollten die durchzuführenden Maßnahmen genauestens auf ihr tatsächliches Einsparpotenzial hin überprüft werden. Dieses sollte deutlich höher sein als der hierfür notwendige Arbeitsaufwand sowie die zu tätigenden Investitionen in neue Technologien. Damit sich Fehlinvestitionen vermeiden lassen, sollte die Einschätzung der Einsparpotenziale eher pessimistisch vorgenommen werden und erst diejenigen Optimierungsmaßnahmen realisiert werden, die das größte Verbesserungspotenzial besitzen. Dazu zählen meistens die Maschinen und Anlagen, die den höchsten Verbrauch haben und im Betrieb entsprechend als Großverbraucher eingestuft werden.

Do: Denken Sie immer an die Effektivität und die Effizienz Ihrer Tätigkeit

Bei der Arbeit allgemein und beim Energiemanagement besonders, sollte darauf geachtet werden, welche Tätigkeiten den größtmöglichen positiven Einfluss auf das Ergebnis haben werden. Beispielsweise bringt es keinen Mehrwert, Energieflüsse zu messen und zu analysieren, die man sowieso nicht beeinflussen kann. Entsprechend sollte man dies beachten, wenn man Messpunkte im Betrieb festlegt und auch, wenn man sich Optimierungsmaßnahmen überlegt. So ist es beispielsweise sinnvoll, den Stromverbrauch der Hallenbeleuchtung zu messen. Dieser lässt sich z.B. durch sinnvolle Einstellungen oder auch durch Investitionen in neue Technologien drastisch reduzieren. Anders sieht es hingegen beispielsweise beim Lastenaufzug aus. Meistens wird dieser nur selten benutzt und wichtiger noch, lässt sich dessen Leistungsaufnahme nicht merklich beeinflussen.

In diesem Zusammenhang spricht man von Effektivität, wenn ein Ziel mit einem möglichst geringen Einsatz/Input erreicht werden soll. Beispielsweise kann eine Senkung des Energiebedarfs um 20% meist bereits durch ein oder zwei sehr effektive Maßnahmen erreicht werden. Denken Sie an die Umstellung der Hallenbeleuchtung auf LED.

Von der Effizienz reden wir hingegen, wenn aus einem bestimmten Einsatz ein größtmöglicher Gewinn für das Unternehmen rauskommen soll. Beispielsweise wird im Rahmen des Energiemanagements einmal die Woche ein einstündiger Kreativworkshop durchgeführt, in welchem die Mitarbeiter darüber nachdenken und diskutieren, wie im Betrieb am leichtesten Energie eingespart werden kann. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter dabei nicht nur über Strom und Wärme nachdenken, sondern auch darüber, welche Einsichten die Energiedaten z.B. auch in die Produktionsprozesse schaffen könnten.

Do: Nutzen Sie bereits Vorhandenes

Die Einführung eines Energiemanagements im Betrieb ist mit relativ hohen Anschaffungen und Kosten verbunden, die sich erst längerfristig bezahlt machen. Um diesbezüglich die Neuanschaffungen und den Aufwand der Installation möglichst gering zu halten, sollte die bereits vorhandene Infrastruktur bestmöglich genutzt werden. Dabei sind nicht nur Hardwarekomponenten relevant, sondern auch die Messinfrastruktur sowie die Netzwerktechnik. Zögern Sie nicht dabei Ihren Ansprechpartner in Sachen Energiemanagement darauf aufmerksam zu machen!

Do: Die Betriebszeiten der Maschinen und Anlagen berücksichtigen

Im Zuge der Betriebsanalyse und der damit einhergehenden Einstufung der Verbraucher, sollte unbedingt auch deren Lauf- und Betriebszeiten erfasst und dokumentiert werden. Denn nur so kann der Verbrauch einer Anlage durch die Kombination der Betriebszeit mit dem Leistungsniveau realitätsnah bestimmt werden. Als Beispiel hierfür dient ein Kühlungssystem, welches zwar nur eine geringe Leistung hat, aber durch den Dauerbetrieb dennoch ein großes Optimierungspotenzial besitzt. Hierbei bietet es sich beispielsweise an die Betriebs- und Anlagenführung derart zu ändern, dass die Kühlung nicht ununterbrochen läuft.

Don’t: Auf Vermutungen und Schätzungen vertrauen

Messungen stellen die wichtigste Grundlage für die Entscheidungsfindung im Energiemanagement dar. Entsprechend sollten Vermutungen und Annahmen immer durch zumindest temporäre Messungen unterstützt werden. Oftmals kommt es gerade bei komplexen Themen vor, dass die Einschätzungen der Verantwortlichen durch die subjektive Wahrnehmung geprägt werden und entsprechend von der Realität abweichen. Der Einsatz von geeigneten Messsystemen kann dabei die richtigen Daten über den Betriebszustand und dem -verhalten liefern, um die zuvor getroffene Vermutung entweder zu bestätigen oder zu falsifizieren. Meistens genügt es dabei schon, wenn die Daten von ca. 20 Tagen erhoben und ausgewertet werden. Je größer der Umfang des geplanten Investitionsvorhabens, desto gründlicher sollten die Messungen geplant, ausgeführt und ausgewertet werden.

Don’t: Herstellerspezifische Soft- und Hardware einsetzen

Der Einsatz von Soft- und Hardware mit sogenannten proprietären Schnittstellen sollte unbedingt vermieden werden. Denn diese verhindern meistens einen offenen Austausch zwischen Systemen, hemmen dadurch die Schaffung von Transparenz im Betrieb durch einen systemübergreifenden Datenaustausch und reduzieren die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Befindet sich ein derartiges System bereits im Unternehmen, so sollte dieses durch eine meist kostenintensive, aber lohnenswerte Neuausrüstung ersetzt werden. Stehen Sie vor der Anschaffung eines oder mehrerer Hard- oder Softwareprodukten, so sollte unbedingt sichergestellt werden, dass offene Schnittstellen vorhanden sind. Zu den gewünschten offenen Standard Schnittstellen gehören zum Beispiel Modbus, Analogsignale oder Impulse. Durch diese lassen sich die erhobenen Daten dann in die Energiemanagement Software zur Analyse integrieren und die Performance der Anlagen überwachen.

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