Sa, 11.07.2020 5 Minuten zu lesen

DIN ISO 50006 - EnPIs und EnBs

Die DIN ISO 50006 versteht sich als Leitfaden hin zu aussagekräftigen Energieleistungskennzahlen und einer soliden energetischen Ausgangsbasis.

Die DIN ISO 50006 mit dem Titel: „Energiemanagementsysteme – Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen (EnB) und Energieleistungskennzahlen (EnPI) – Allgemeine Grundsätze und Leitlinien” versteht sich als Leitfaden hin zu aussagekräftigen Energieleistungskennzahlen und einer soliden energetischen Ausgangsbasis. 

Weiterhin bietet diese Norm Organisationen eine praktische Anleitung, um den Anforderungen der ISO 50001 in Bezug auf die Aufstellung, Nutzung und Anpassung von Energieleistungskennzahlen und energetischen Ausgangsbasen bei der Messung der energiebezogenen Leistung und ihrer Veränderungen gerecht zu werden. Sie unterfüttert dabei die Erklärungen mit zahlreichen Praxisbeispielen und -empfehlungen.

Ähnlich der DIN EN ISO 50001 folgt die DIN ISO 50006 einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (PDCA-Zyklus). Die Anweisungen in dieser Norm sind anwendbar auf jede Organisation, unabhängig von ihrer Größe, Art, Lage oder Reifegrad auf dem Gebiet des Energiemanagements. 

Die ISO 50006 ist nicht für eine verpflichtende Zertifizierung relevant, sondern sie soll eine Anleitung liefern, wie man Energieleistungskennzahlen und energetische Ausgangsbasen so aufstellen, nutzen und adaptieren kann, dass sie bei der Messung der energiebezogenen Leistung und ihrer Optimierung helfen. Die ISO regt außerdem mit Anregungen, Ideen und Beispielen zur Energieeffizienz an.

Die ISO 50006 führte erstmals die Abkürzung EnB für die Energetische Ausgangsbasis ein. Viele Unternehmen haben durchaus Schwierigkeiten mit dem Terminus der energetischen Ausgangsbasis und daher kann man auch den Begriff Referenz- oder Bezugszeitraum nutzen.

Ein Kerninhalt der ISO 50006 sind die beiden Begriffe EnPI, als Maß um die energiebezogenen Leistung zu messen, und EnB, als Referenzzeitraum um die energiebezogenen Leistung vergleichen zu können. Dadurch kann man mit dem Vergleich von Vorher und Nachher den Beweis für die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung bewerten und auch für die Zertifizierung des Energiemanagementsystems nachweisen.

Bei der Festlegung der Energieleistungskennzahlen und der energetischen Ausgangbasen sollten auch die operativen Energieziele mit berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollte jedes Ziel von einer Kennzahl und einer Ausgangsbasis begleitet werden, um die Erreichung jedes Energiezieles nachweisen zu können.

Die energiebezogene Leistung setzt sich zusammen aus dem Energieverbrauch, dem Energieeinsatz und der Energieeffizienz. Entsprechend muss auf dem Weg zur Energieeffizienz mindestens einer dieser drei Punkte verbessert werden. Und dies wird mit einer passenden und angemessenen Energieleistungskennzahl gemessen. Der Zeitraum der Messung kann entweder in der Gegenwart liegen oder auch in der Vergangenheit. Entsprechend bildet die energiebezogene Leistung in dem jeweiligen Bezugszeitraum die energetische Ausgangsbasis, kann also auch ein spezifischer in der Vergangenheit liegender Energieverbrauchswert sein.

Verhältnis der energiebezogenen Leistung, der EnPIs und EnBs sowie der operativen Energiezielen

Um den Erfolg einer Maßnahme nachweisen zu können, vergleicht man den aktuellen Wert der Kennzahl mit dem Referenzwert im Bezugszeitraum, also der energetischen Ausgangsbasis. Liegt der Wert der aktuellen Messung unter dem Wert der energetischen Ausgangsbasis, dann hat man eine Verbesserung erzielt. Mit dem aktuellen EnPI-Wert lässt sich genauso auch die Erreichung des jeweiligen Energiezieles nachvollziehen.

Energiekennzahlen sind das zentrale Controlling-Instrument für das Energiemanagement. Sie verdichten die Vielzahl von Messwerten und Berechnungen zu wenigen aussagekräftigen Zahlen. In unserer smarten Energiemanagement Software Eco²lot können Sie jede gewünschte Kennzahl generieren und übersichtlich darstellen.

Mit Eco²lot verfügen Sie über umfassende Möglichkeiten zum Erstellen von EnPIs und deren Darstellung:

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  • Berechnungen von EnPIs durch Divisionen erfolgen über eine einfache Maske
  • komplexere Kennzahlen sind durch Funktionen einfach darstellbar
  • Darstellung der EnPIs in Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren möglich
  • Visualisierung als Chart und/oder Bericht möglich
  • Periodenvergleiche über beliebige Zeiträume möglich.