Mo, 6.04.2020 6 Minuten zu lesen

Die ungenutzten Potenziale des Energiemanagements!

Oft hören wir, dass sich Unternehmer bereits viele Gedanken über ihre Energiedaten machen und diese teilweise bereits erfassen. Aber die Meisten machen dann nichts aus ihren gesammelten Daten und lassen dadurch zahlreiche Potenziale auf der Strecke liegen. Im Zuge eines effektiven Energiemanagementsystems lassen sich durch Daten aus Unternehmenssystemen nicht nur die Anforderung der DIN ISO 50001 erfüllen, sondern es können auch aussagekräftige Kennzahlen und Informationen über die Produktion generiert werden. Darüber hinaus ermöglicht es Eco²lot den gesamten Energiefluss eines Unternehmens in der Software darzustellen. Unser Experte, Andreas Babel, legt im Folgenden dar, wie sich dies in der Praxis mit wenig Aufwand realisieren lässt.

Gerade in Betrieben, die keine konstante Auftragslage haben, unterliegt der Energieverbrauch starken Schwankungen und ist daher nur bedingt aussagekräftig. Um aber trotzdem genaue Analysen durchführen zu können, kombiniert man die Energiedaten mit bestimmten Kennzahlen (KPIs) des MDE Systems der Produktion und erhält damit auf einfachstem Wege bereits erste aussagekräftige Ergebnisse. Sinnvolle Kennzahlen sind dabei häufig das Verhältnis zwischen dem Anlagenverbrauch pro Quadratmeter bzw. pro produziertem Stück oder auch zwischen dem Verbrauch der Produktionsanlagen und dem Verbrauch der Infrastrukturanlagen. Erfolgreiches Energiemanagement lässt Sie also Ihre Prozesse deutlich besser verstehen und Sie können beispielsweise die Performance der einzelnen Maschinen direkt miteinander vergleichen.

Um grundsätzlich Einsparpotentiale im Betrieb zu identifizieren empfiehlt sich der Einsatz des berühmten PDCA-Kreislaufs, welcher auch bei der ISO 50001 verwendet wird. PDCA steht dabei für ein dynamisches Modell (Plan, Do, Check und Act) mit dem der Energieverbrauch in vier Phasen immer wieder neu bewertet und optimiert werden kann, um eine kontinuierliche Senkung der energiebezogenen Kosten zu erzielen. Nun eine kurze Erläuterung der einzelnen Phasen:

  • Plan (Planung): Strategie ausarbeiten, Ziele aufstellen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten definieren, erforderliche Mittel bereitstellen sowie Aktionsplan festlegen.
  • Do (Umsetzung): Implementierung einer Managementstruktur zur Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Prozesses und Durchführung von konkreten Verbesserungsmaßnahmen, wie bspw. der Einsatz von effizienteren Methoden in der Produktion
  • Check (Kontrolle): Zielerreichungsgrad und die Effektivität des Energiemanagementsystems überprüfen, neue Ideen in einem Energieaudit sammeln (kann intern oder auch mit Einbeziehung externer Experten erfolgen)
  • Act (Handlung): Zusammenfassung der aktuellen Energiedaten und Optimierung des strategischen Prozesses, Aufarbeitung der Auditergebnisse und der neuen Erkenntnisse, Ableitung neuer Ziele

Um auch langfristig die ungenutzten Potentiale des Energiemanagements zu nutzen, empfiehlt es sich, dass das betriebliche Führungspersonal einen Energiemanagementbeauftragten, auch Energiemanager genannt, benennt. Auch die DIN EN ISO 50001 fordert eine derartige Personalie, die festgelegte Verantwortlichkeiten und Befugnisse für die Umsetzung des Energiemanagementsystems besitzt. Ein Energiemanager ist grundsätzlich verantwortlich für die Einhaltung der in der ISO 50001 festgelegten Anforderungen an das Energiemanagement. Beispielsweise kümmert er sich um die Entwicklung von Kriterien und Maßnahmen, damit das Managementsystem sowie seine Überwachung reibungslos funktionieren. In größeren Betrieben ist er außerdem für die Bildung, Schulung und Koordinierung eines Energieeffizienzteams verantwortlich. Dieses hat zur Aufgabe, den Aufbau und die Pflege des Energiemanagementsystems umzusetzen.

Um die Zugriffsrechte und auch die Dashboards entsprechend der Verantwortlichkeit im Unternehmen anzupassen, bietet Eco²lot jedem Nutzer der Software ein individuelles Dashboard. Beispielsweise kann das Dashboard des Geschäftsführers einen Überblick über die wirtschaftlichen KPIs enthalten, während das Dashboards des Energiemanagers deutlich detaillierter ist.

Die Potentiale des Energiemanagements liegen aber nicht nur bei der Energie! Die Energiemanagementsoftware Eco²lot funktioniert herstellerunabhängig und basiert auf offenen Standards und Schnittstellen. Dadurch wird Ihnen ermöglicht, sämtliche Daten, die in Ihrem Betrieb anfallen, aufzuzeichnen und auszuwerten. Dazu zählen auch sämtliche Gas-, Wasser- und Stromverbräuche sowie die Auslastung und Produktivität aller Maschinen und Anlagen. Der gesamtbetriebliche Verbrauch kann dadurch nachvollzogen, Anomalien identifiziert, Spitzenlasten vermieden und Schäden frühzeitig behoben werden. Weiterführend kann anhand der Daten eine Kalkulation für jede Charge, jeden Auftrag und jeden Kunden einzeln erfolgen sowie die Kosten direkt der jeweiligen Kostenstelle zugeteilt werden. Entsprechend können Sie damit die Abläufe der Produktion und die Qualität Ihrer Produkte sicherstellen. Die Umsetzung erfolgt ganz einfach über Messgeräte, die die jeweilige Kennzahl aufnehmen. Das integrierte Logbuch ermöglicht Ihnen darüber hinaus Anmerkungen direkt an den Datencharts vorzunehmen.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Energiemanagement viele Potenziale besitzt, durch deren Erschließung sich bares Geld sparen lässt sowie die Betriebsabläufe optimieren lassen. Hierfür ist es wichtig, dass die Daten eine entsprechend gute Qualität haben, dass die verantwortlichen Mitarbeiter die benötigten Qualifikationen innehaben und, dass die Managementprozesse im Unternehmen ganzheitlich gepflegt und ausgeführt werden. Kombiniert man dies mit einer intelligenten Energiemanagementsoftware wie Eco2lot, so können nicht nur alle Potenziale voll ausgeschöpft werden, sondern es lässt sich der gesamte Betrieb digital darstellen und damit transparent optimieren.