Wir sind überzeugt: Langfristig ist ein Wechsel der Energiequellen und geeignete Effizienzmaßnahmen die Lösung.
So, 10.10.2021 7 Minuten zu lesen

Die CO2-Bepreisung und ihre Auswirkungen auf KMUs

 

Seitdem das Emissionshandelsgesetz 2019 in Kraft getreten ist und damit der Startschuss für die CO2 Bepreisung gefallen ist, sind die Energiekosten der Unternehmen in die Höhe geschnellt. Nun stellt sich die Frage, was man tun kann, um die eigenen Emissionen zu reduzieren und, um damit Kosten zu sparen. Denn Unternehmen müssen nun entscheiden, ob es für sie billiger ist, Belastungen zu reduzieren oder dafür zu zahlen. Wir sind überzeugt: Langfristig ist ein Wechsel der Energiequellen und geeignete Effizienzmaßnahmen die Lösung.

Im Verkehrs- und Wärmesektor gibt es bisher kein wirksames Preissignal zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Ein Signal, das Anreize zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe setzt und gleichzeitig den Umstieg auf klimafreundliche Technologien und die Nutzung erneuerbarer Energien fördert. Es gibt das nationale Emissionshandelssystem (nEHS), welches die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe (insbesondere Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin, Diesel) erfasst. Und daneben gibt es noch das Treibstoff-Emissionshandelsgesetz (BEHG), welches als Grundlage für den Handel mit Zertifikaten für Emissionen aus Treibstoffen dient. Es sorgt dafür, dass CO2-Emissionen - soweit sie nicht vom EU-Emissionshandel erfasst werden - einen Preis erhalten.

Ziele des Treibstoff-Emissionshandelsgesetz

Die CO2-Bepreisung hat offiziell am 1. Januar 2021 begonnen. Mit dem BEHG möchte man...

- die nationalen Klimaschutzziele, einschließlich des Ziels der Treibhausgasneutralität bis 2050,
- die Reduktionsziele gemäß der EU-Klimaschutzverordnung,
- einen Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz,
- und die Reduzierung der EEG-Umlage aus den Einnahmen des nEHS

... erreichen.

Welche Mehrkosten entstehen?

Der CO2-Preis liegt aktuell, also 2021, bei 25 € / t und wird bis 2025 auf 55 € / t steigen. Die Verteilerunternehmen, d. h. Unternehmen, die Kohle, Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Benzin oder Diesel an Endverbraucher verkaufen, geben die Kosten des CO2-Preises entsprechend an die Endverbraucher weiter, sodass diese am Ende die höheren Kosten tragen. In der sog. Festpreisphase begann der Preis 2021 bei 25 Euro pro Tonne CO2 und wird bis 2025 auf 55 Euro steigen. Daran schließt sich die Handelsphase an, in der für das Jahr 2026 eine Unter- und Obergrenze gilt. Der Preis kann dann zwischen 55 und 65 Euro variieren. Der Übergang in die Handelsphase ohne Preisregulierung ist für 2027 geplant. Bis dahin ist zu erwarten, dass der Gesetzgeber nach dem Prinzip CAP AND TRADE die Ausgabe von Zertifikaten quantitativ begrenzt.

Wer ist von höheren CO2 Kosten betroffen?

Teilnehmer am nationale Emissionshandelssystem (nEHS) sind nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz diejenigen, die die Brennstoffe in Verkehr bringen. So müssen die Unternehmen, die Kraftstoffe nach dem Energiesteuergesetz in Verkehr bringen, CO2-Zertifikate erwerben. Unternehmen, die Kraftstoffe an Endverbraucher liefern, fallen somit in den Geltungsbereich des neuen nEHS. Zu diesen Brennstoffen gehören Heizöl, Flüssiggas (Liquified Petroleum Gas), Erdgas, Geld, Benzin und Diesel.

Wie können Kosten proaktiv gespart werden?

Dank des anfänglich festgelegten Preispfad haben Sie Planungssicherheit und können entsprechend auf die Preisentwicklung reagieren. Zudem besteht ein echter Anreiz, auf erneuerbare Energien zu setzen, die Energieeffizienz Ihres Unternehmens zu stärken und innovative, klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Kosten können gespart werden, indem die Unternehmensziele mit so wenig Energie wie möglich erreicht und der verbleibenden Energiebedarf so weit wie möglich mit erneuerbaren Energien gedeckt wird. Davon profitiert nicht nur das Klima, sondern auch Ihr Unternehmen.

Um der durch die BEHG verursachte Kostensteigerung entgegenzuwirken, sollten sowohl Effizienzmassnahmen als auch ein Wechsel des Energieträgers geprüft und entsprechend umgesetzt werden. Zu diesen Effizienzmassnahmen gehören beispielsweise:

- Einsatz von Wärmerückgewinnung
- Optimierung der Wärmedämmung
- Einsatz von intelligenter Steuerungstechnik und Energiemanagement Software

Darüber hinaus probieren Unternehmen auch direkt von einem Wechsel des Energieträgers durch:
- Einsatz von Energieträgern mit geringeren Emissionsfaktoren (z.B. Umstellung von Heizöl auf Erdgas)
- Nutzung von erneuerbaren Energiequellen (z.B. Solarthermie)
- Nutzung von Ökostrom

Mit diesen Maßnahmen erreichen Sie zunehmend einen Verbrauch von CO2-neutralen Kraftstoffen, und profitieren langfristig, da dies nicht mehr nur aus ökologischer Sicht eine Notwendigkeit, sondern zunehmend auch von wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Finanzielle Förderung nutzen

Investitionen in eine nachhaltige und ressourceneffiziente Energienutzung sind kapitalintensiv. Um dies zu fördern hat die Bundesregierung nationale Förderprogramme aufgesetzt. So helfen zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder der Bundeszuschuss für Energieeffizienz in der Wirtschaft dabei Investitionen zu stemmen.

Diese Förderprogramme können entweder als Zuschussförderung oder als Kreditförderung genutzt werden. Auch die Beratung zu Maßnahmen der Effizienzsteigerung und Dekarbonisierung wird durch Förderprogramme wie die Energieberatung für Nichtwohngebäude (EBN) und die Energieberatung für Wohngebäude (EBW) unterstützt.

Eine weitere Umsetzungsmöglichkeit ist der Einsatz von Contracting-Lösungen. Ein Contracting-Unternehmen finanziert die Maßnahmen, setzt sie um und betreibt die Anlagen oft auch langfristig. Das Unternehmen muss dabei keine große Einzelinvestition stemmen und profitiert dabei von gleichbleibender Liquidität und Planungssicherheit.

Fazit

Mit dem Brennstoff-Emissionshandelsgesetz wurde 2021 ein nationaler Handel mit Zertifikaten für Emissionen aus Brennstoffen eingeführt. Damit wurde das europäische Emissionshandelssystem sinnvoll um einen nationalen CO2-Preis ergänzt. Das schafft Anreize für Unternehmen und Verbraucher, auf klimafreundliche Technologien umzusteigen, mehr Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu nutzen. Kontaktieren Sie uns für mehr Informationen, wie Sie mit Eco²lot den Grundstein für Transparenz und damit Kosteneffizienz legen können.