Mo, 14.02.2022 6 Minuten zu lesen

Product Carbon Footprint, was er bedeutet und was er aussagt

 

Ist das Produkt Ihres Unternehmens umweltfreundlich? Eine Lebenszyklusanalyse gibt Aufschluss darüber, wie viel Treibhausgase mit der Herstellung und Verwendung eines Produkts verbunden sind. Die folgenden Informationen beziehen sich auf den Kohlenstoff-Fußabdruck: Haben Produkte einen Kohlenstoff-Fußabdruck, und zu welcher Menge an Treibhausgasemissionen führt dies während der Lebensdauer unter normalen Bedingungen.

Der Product Carbon Footprint (PCF) ist zu einem immer wichtigeren Faktor in der Klimadebatte geworden, da es für Unternehmen unerlässlich sein wird, den Verbrauchern nachhaltige Produkte auszuweisen. Wie Sie wissen, gibt es eine wachsende Nachfrage sowohl von Käufern als auch von Verkäufern, die diese Produkte haben wollen. Dies bedeutet jedoch, dass die CO2-Emissionen erfasst werden müssen, damit sie wirklich verstehen können, wie viel Umweltschaden in den verschiedenen Phasen des Produktionslebenszyklus entsteht. Dazu muss der gesamte Kohlenstoff-Fußabdruck eines Produkts berechnet werden, der alle Phasen umfasst, in denen während der gesamten Lebensdauer des Produkts Energie verbraucht wurde, einschließlich der Materialgewinnung, des Herstellungsprozesses usw. und schließlich der Verbrennung der Materialien, wenn sie nicht mehr benötigt oder gewünscht werden.

Wie wird der CO2-Fußabdruck eines Produktes berechnet

Die Berechnung zur Erstellung eines Product Carbon Footprints wird durch verschiedene Standards wie ISO 14067, GHG Protocol und PAS 2050 vereinheitlicht. Im Allgemeinen ist die Erstellung eines Product Carbon Footprints in 4 Schritte unterteilt:

1. Ziel und Umfang der Analyse

Der erste Schritt bei der Messung des CO2-Fußabdrucks Ihrer Produkte besteht darin, zu definieren, was Sie erreichen möchten. Der Umfang und der Detaillierungsgrad hängen von der Zielsetzung ab, die von Anfang an gut definiert sein sollte, damit sie im weiteren Verlauf des Projekts nicht verloren geht!
Ein gutes Beispiel wäre der Vergleich zweier ähnlicher Produkte: Wenn es bei jedem Produktzyklus Aspekte gibt, in denen sie sich unterscheiden, dann müssen diese Unterschiede bei der individuellen Analyse besonders berücksichtigt werden, anstatt einfach alle Produkte in einen Topf zu werfen, ohne zwischen einzelnen Modellen oder Kategorien innerhalb einer Produktkategorie zu unterscheiden.

Der CO2-Fußabdruck eines Produkts kann als die Umweltbelastung definiert werden, die ein Unternehmen während seiner Lebensdauer verursacht. Ein Corporate Carbon Footprint hingegen berücksichtigt alle Aktivitäten eines Unternehmens und die Emissionen aus Quellen, die nicht unter direkter Kontrolle stehen - wie z.B. Produktionsstätten oder Büros in verschiedenen Städten in Europa.

Wenn man die Treibhausgasproduktion seiner Produkte optimieren möchte, sollte man sich stärker auf die Aspekte konzentrieren, die leicht zu beeinflussen oder anteilig zu verantworten sind. Daher gibt es einen größeren Spielraum bei der Beschreibung dessen, was zu diesem Typus zählt, als bei der bloßen Bestimmung, wie viel Strom im letzten Jahr von jeder Abteilung innerhalb Ihres Unternehmens verbraucht wurde.

Es gibt zwei Ansätze für den Lebenszyklus eines Produkts. Der eine, der so genannte Cradle-to-Grave- oder Ganzheitssystem-Ansatz, berücksichtigt alle Aspekte im Detail, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung, während Cradle-to-Gate nur den Prozess bis zur Auslieferung der Produkte kategorisiert.

2. Life Cycle Inventory

In dieser Phase des Carbon Footprinting-Prozesses werden alle Prozesse, die während des Lebenszyklus eines Produkts stattfinden, ermittelt und detailliert analysiert, um festzustellen, wie viele Emissionen verursacht werden. Der Input für diesen Teil umfasst in der Regel Rohstoffe, Zwischenprodukte (wie z.B. Komponenten), Abfallstoffe wie Nebenproduktgase aus dem Produktionsbetrieb oder Abwasseraufbereitungsanlagen. Entsprechend umfangreich fällt diese Analyse aus und verursacht am meisten Aufwand.

3. Abschätzung der Wirkung

Nach Fertigstellung der Sachbilanz werden die Emissionen anhand von Emissionsfaktoren berechnet. Diese Berechnungen beinhalten CO2-Äquivalente, um sie über verschiedene Arten oder Quellen des Verbrauchs hinweg vergleichbar zu machen, damit die Auswirkungen auf den Klimawandel bewertet werden können.
Die bei diesem Verfahren ermittelten Inputs und Outputs helfen Ihnen nicht nur dabei, den eigenen Kohlenstoff-Fußabdruck Ihrer Produkte zu verstehen, sondern können auch wertvolle Informationen für Optimierungsprojekte liefern, die nach Möglichkeiten suchen, wie sie ihre Umweltauswirkungen durch eine bessere Nutzung von Ressourcen und Technologien verringern können.

4. Interpretation und Schlussfolgerung der Ergebnisse

Der letzte Schritt im Prozess besteht darin, Ihre Ergebnisse zu analysieren und zu interpretieren. Sie können konkrete Handlungsempfehlungen ableiten, wie z.B. einen Benchmark verschiedener Produkte oder Optimierungspotenziale für ein bestimmtes Produkt. Gleichzeitig können Sie die Ergebnisse dazu nutzen, die entstehenden Emissionen je Produkt zu kompensieren und dies Ihren Kunden und anderen Stakeholdern zu kommunizieren.
Um einen effektiven strategischen Plan zu entwickeln, der Sie erfolgreich in das Marktumfeld von morgen führt, bedarf es einer sorgfältigen Planung von Anfang bis Ende, bei der alle Aspekte im Vorfeld vollständig berücksichtigt werden. Der Product Carbon Footprint stellt dabei einen guten Anfang dar, um den Ist-Zustand aufzunehmen und weitere Handlungsschritte abzuleiten.